Virtua Fighter 5 - Test 

Was darf's denn sein? 'Ne Runde Tekken oder Dead or Alive? Oder doch lieber Mortal Kombat? Wie wär's mit Street Fighter oder King of Fighters für den Fan der alten Schule? Die Nase voll von Soul Calibur? Ihr merkt sicherlich schon; Das Beat'em Up-Genre wurde im Laufe der Zeit mit vielen hochkarätigen Vertretern geschmückt. Doch keines der unzähligen Spiele konnte an die Tiefe und perfekte Balance von SEGAs Edelklopper herankommen. Die Rede ist von Virtua Fighter. Mit dem nunmehr fünften Teil der Serie möchten Kataoka samt Team AM2 die Messlatte für kommende Spiele noch höher setzen. Wir haben der PlayStation 3-Version einer Leibesvisitation unterzogen und verraten euch, ob Sonys Schlachtschiff hierzulande direkt mit der neuen Genre-Referenz auf den Markt gekommen ist.
Handkanten mit Köpfchen
Viele von euch werden folgendes Szenario mit Sicherheit schon einmal erlebt haben: Ihr ladet euch ein paar Freunde nach Hause ein und wollt ihnen, beispielsweise in Tekken, zeigen, wer im virtuellen Ring die Hosen an hat. Die Wahl eures Gastes fällt auf Eddi Gordo. In den nächsten Runden „brilliert“ euer Gegenüber mit seiner Button-Masherei und schickt euch mit einem sarkastischen „Da hasse!“ zu Boden. Der Hals schwillt. Hättet ihr euch bei der Wahl des Spiels für Virtua Fighter entschieden, wäre alles ganz anders gekommen. Hier bringt wildes Herumgedrücke auf dem Pad rein gar nichts. Nur wer die Moves seines Charakters samt Timing beherrscht, gewinnt. Allerdings ist es bis dahin ein weiter, weiter Weg! Dies sollte euch klar sein. Hier handelt es sich nicht um einen Gelegenheitsprügler. Das Spiel möchte studiert werden und zwar gründlich.
Der Mexikaner und das Affengirl
Wer jetzt denkt, dass das Spiel nur etwas für Profis ist, der irrt sich. Auch Einsteiger werden ihre Freude an dem Titel haben. Dies vor allem, weil die Steuerung so simpel gehalten wird. Wie hat es Chop Chop Master Onion seiner Zeit so schön gesagt? „Kick, Punch, Block - It's all in the mind!“ Virtua Fighter kam und kommt immer noch mit nur drei Aktions-Tasten voll und ganz aus. Da grenzt es schon fast an ein Wunder, wenn man bedenkt, welches Repertoire an effektiven Schlägen und Kombinationen jeder der insgesamt 17 Kämpfer mit sich bringt. Schließlich besitzt so gut wie jeder der Recken eine Vielzahl verschiedener Stile, die man während des Kampfes wechseln kann. Mit jedem Stil lassen sich neue Moves auf's Parkett legen und zu ellenlangen Kombinationen anreihen - das richtige Timing vorausgesetzt. Ganz neu dabei sind die Chinesin Eileen sowie der Mexikaner El Blaze. Letzterer bedient sich eines Kampfstils, der am ehesten als Kompromiss aus Wrestling und Kickboxen anzusehen ist. Eileen hingegen kommt mit einem Stil daher, der an die Bewegungen eines Affen erinnert. Beide Charaktere gliedern sich vorzüglich in den Rest der Riege ein.

Nach bereits zwei gewonnenen Runden steht Shun kurz vor dem Sieg über Aoi.
Wie man es von Virtua Fighter gewohnt ist, halten sich die Neuerungen gegenüber den Vorgängern in Grenzen. Hier eine Hand voll neuer Moves und ein paar verbesserte Animationen da. Versuche, dass Gameplay zu verändern, wie es beispielsweise in Tekken 4 der Fall gewesen ist, wurden nicht unternommen.




