Torchlight II - Test 

Wer braucht schon Handlung, wenn es überall knallt, tonnenweise neue Items auf den Boden klatschen, die Waffen dicker, die Rüstung verschnörkelter, euer Charakter besser und Quests wie Kämpfe anspruchsvoller werden? Niemand, werden viele Action-Rollenspieler sagen. Solange sich die Suchtspirale dreht, sind ausgefeilte Dialoge und kniffige Twists nur Vehikel, Mittel zum Zweck, manchmal gar störend. Dass das nicht ganz stimmt, beweist 'Torchlight 2' dank völliger Abwesenheit einer Story. Dass es stimmt, beweist 'Torchlight 2' dank eines tollen Spielflusses und bildschirmfüllender Action gepaart mit einem klassischen, freien Charaktersystem. Stellen muss sich der – das dürfen wir an dieser Stelle schon einmal sagen – tolle Nachfolger des Überraschungshits 'Torchlight' aus dem Hause Runic Games vor allem der großen Konkurrenz, Blizzards 'Diablo 3'. Der Vergleich ist unfair, aber so ist das Leben.
Rein ins Getümmel
Unfair deshalb, weil hier ein vergleichsweise kleines Studio mit seinem 20-Dollar Spiel gegen das Multimillionen-Projekt eines Spielegiganten antritt. Davids Voraussetzungen könnten allerdings schlechter sein, immerhin musste sich Blizzard in diesem Jahr viel Kritik anhören:
Internet-Zwang, eingeschränktes Charaktersystem, schlecht ausbalancierter Inferno-Modus. All das nehmen einige Spieler den Kaliforniern unter Rückgriff auf die Vorgänger übel. Dafür punktete das Höllenabenteuer mit tollem Komfort, perfekter Spielbarkeit, abwechslungsreichen Klassen und einer sauber geschliffenen Gesamtpräsentation. Und ja, die Story ist deutlich besser als die von 'Torchlight 2'.
Statt eines ausgeklügelten Plots mit epischem Bilderbuch-Charme, wundervollen Rendersequenzen und Himmel- und Hölle-Flair, verlässt sich Runics Monsterhatz auf das Wesentliche, auf die Suchtspirale aus Kampf, Levelaufstieg und Item-Belohnung. Die Handlung wird mit vergleichsweise flachen Instrumenten vorangetrieben: animierte Comics erzählen wenig mitreißend, wie der Alchemist aus 'Torchlight' nach Besiegen des Bösewichts Ordrak durch dessen Herz korrumpiert wird und seitdem eine Schneise der Zerstörung hinter sich herzieht. Ihr folgt ihm und versucht, seine Weltuntergangspläne zu vereiteln – Punkt. Euch erwartet weder eine spannende 'Jagd auf Mr. X', noch eine rasant inszenierte Verfolgung mit Handlungshöhepunkten. Stattdessen reist ihr dem mies gelaunten Wanderer hinterher und hört Sätze wie: „Ja, der Typ war [autauschbare Zeit, je nach Akt] noch hier.“

Statt eines ausgeklügelten Plots mit epischem Bilderbuch-Charme, wundervollen Rendersequenzen und Himmel- und Hölle-Flair, verlässt sich Runics Monsterhatz auf das Wesentliche, auf die Suchtspirale aus Kampf, Levelaufstieg und Item-Belohnung. Die Handlung wird mit vergleichsweise flachen Instrumenten vorangetrieben: animierte Comics erzählen wenig mitreißend, wie der Alchemist aus 'Torchlight' nach Besiegen des Bösewichts Ordrak durch dessen Herz korrumpiert wird und seitdem eine Schneise der Zerstörung hinter sich herzieht. Ihr folgt ihm und versucht, seine Weltuntergangspläne zu vereiteln – Punkt. Euch erwartet weder eine spannende 'Jagd auf Mr. X', noch eine rasant inszenierte Verfolgung mit Handlungshöhepunkten. Stattdessen reist ihr dem mies gelaunten Wanderer hinterher und hört Sätze wie: „Ja, der Typ war [autauschbare Zeit, je nach Akt] noch hier.“






