Schafer vs. Kotick: Die verbale Schlammschlacht 2010 - Spezial 

„Die beiden werden wohl keine Freunde mehr.“ Selten passte dieser Satz so gut wie zu den beiden Streithähnen Robert "Bobby" Kotick und Tim Schafer. Der erste ist bekannt als schwer erfolgreicher, doch von vielen Videospielern gering geschätzter Geschäftsführer des Publishers Activision Blizzard. Der andere gilt als kreatives Mastermind und hat Klassiker wie 'Monkey-Island', 'Day of the Tentacle', 'Full Throttle', 'Grim Fandango' und zuletzt mit seinem eigenen Studio Double Fine Productions das Hard Rock-Abenteuer 'Brütal Legend' (mit-)entwickelt. Was zumindest letzteren mit Kotick verbindet, ist unverhohlener Hass. Nach einer Klage zwischen den Parteien sorgte eine abwertende Äußerung Schafers in Zusammenhang mit dem Skandal rund um die Entlassung der beiden Köpfe des Entwicklers Infinity Ward Jason West und Vince Zampella durch den Publisher Activision für Diskussionen: „Mit Activision wegen solcher Sachen sauer zu werden, ist wie sauer wegen eines Affens zu werden, der Fäkalien wirft“, sagte er auf seiner Twitter-Seite. „Es ist nur die Art, wie das Biest kommuniziert.“
Mitte Juli folgte schließlich der Exzess zwischen den Beiden. Im Interview mit dem britischen Online-Magazin Eurogamer.net posaunte Schafer im Rahmen der Develop Conference in Brighton seine unverblümte Meinung über den Activision-Boss und seine Art, den Publisher zu führen, heraus: „Er hat eine Verpflichtung gegenüber seinen Aktionären. Nun gut, er muss die ganze Sache ja nicht auf diese Weise machen, oder? Ich denke, es gibt eine Möglichkeit das zu tun, ohne ein vollkommenes Arschloch zu sein. Es scheint möglich zu sein.
Es ist bloß nicht das, was ihn interessiert.“ Schließlich griff Schafer das in der Videospielbranche verbreitete Gerücht auf, Kotick sei an Videospielen eigentlich gar nicht interessiert. „Wir können daran herangehen, wie wir an ein Stück Seife herangehen, bei dem man einfach versucht, die günstigste Seife herzustellen. Genau diese Einstellung hat er. Ich denke nicht, dass er gut für die Industrie ist. Man kann nicht etwas Beliebtes nehmen, das Leben herausquetschen und dann zum nächsten gehen. Irgendwann muss man etwas kreieren, etwas aufbauen.“ Den kritischen Worten folgte Schafers Wunsch, Kotick möge sich einer anderen Branche zuwenden. „Er könnte in eine Industrie wechseln, die mehr Geld scheffelt. Etwas, dass zu seiner Leidenschaft besser passt. Waffenherstellung?"
Dass nach der Veröffentlichung des Interviews nicht nur ein Stein ins Rollen kam, überrascht wenig, doch hielt sich Kotick persönlich zunächst einmal aus der Affäre raus und ließ Maryanne Lataif, Senior Vice President of Corporate Communications bei Activision, den verbalen Vortritt. „Tim Schafers Aussage, dass Bobby Kotick keinen Hehl daraus macht, Spiele nicht zu mögen, entspricht einfach nicht der Wahrheit“, ließ sie kommunizieren.

Das Imperium schlägt zurück
Dass nach der Veröffentlichung des Interviews nicht nur ein Stein ins Rollen kam, überrascht wenig, doch hielt sich Kotick persönlich zunächst einmal aus der Affäre raus und ließ Maryanne Lataif, Senior Vice President of Corporate Communications bei Activision, den verbalen Vortritt. „Tim Schafers Aussage, dass Bobby Kotick keinen Hehl daraus macht, Spiele nicht zu mögen, entspricht einfach nicht der Wahrheit“, ließ sie kommunizieren.









