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Gewalt erzeugt Gegengewalt

Looki
Datum 16.06.2012 | 20:00 Uhr
Looki intern
Der Plantholt lässt das Quatschen nicht.
Gewalt in Spielen ist ein komplexes und ein noch komplizierteres Thema. Während einerseits argumentiert wird, sie habe grundsätzlich in jeder Art von Spielen nichts zu suchen, weil sie ein Mächteungleichgewicht und pädagogisch nicht tragbare Aussetzer heraufbeschwört, sagen andere, dass Gewalt gerade in Spielen existieren sollte, damit sie hier ausgelebt und nicht in die Realität transferiert wird. Was kann daran schlimm sein, jemanden (der real nicht existiert) in einem fiktiven Rahmen Leid zuzufügen, fragen Letztere. Schließlich haben wir als Kinder alle Räuber und Gendarm, Cowboy und Indianer oder ähnliches gespielt und irgendwer hat dabei immer auf die Mütze bekommen. Stimmt, nur vereinfacht das die Tragweite der Diskussion stark. Genauso wie ein Satz von Designer-Legende Warren Spector, der mir in dieser Woche sauer aufgestoßen ist. Als der Vater diverser Branchen-Meilensteine im Interview über die seiner Meinung nach zunehmende Gewaltdarstellung in Video- und Computerspielen sprach, machte er einen didaktischen Fehler, der seine ansonsten nachvollziehbare Argumentation im Zentrum zerreißt. Er sagte: „Wir sollten aufhören, das gut zu finden.

Ich frage mich, was für ein Vernunftsmensch hinter einer solchen Aussage steht. Wie kann jemand aufhören, etwas gut zu finden? Wenn das ginge, wäre das genauso revolutionär wie abgrundtief gefährlich. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Großteil der Menschen mit virtueller Gewalt gut oder sehr gut umgehen kann. Allerdings wird eine Bombe nicht deswegen weniger riskant, nur weil die Mehrheit der Mensch sie nicht nutzen will. Es gibt in diesem Gebiet keine Allgemeingültigkeit und eben deshalb, weil ich Spector in seinen sonstigen Aussagen zum Teil durchaus Recht gebe, ist der Satz so schade. Denn mit einem hat er auf jeden Fall Recht: Der natürliche, ökonomisch fixierte Trieb eines jeden Unternehmens, Gewinne einzufahren, führt zur Potenzierung dessen, was sich gut verkauft. Da sich Gewalt und Sex gut verkaufen, ist das Ende der Fahnenstange hier noch lange nicht erreicht. Gewalt grundsätzlich als vorsichtig und sinnvoll genutztes Stilmittel, als Argumentationsverstärker oder als emotionsgeladenen Kontrastpunkt einzusetzen (ja, es dürfen sich auch Square Enix und Chrystal Dynamics in dem 'Tom Raider'-Diskurs über Vergewaltigungsszenen angesprochen fühlen) ist nicht verkehrt. Und Spiele für Erwachsene mit Inhalten für Erwachsene zu füllen ist ebenso wenig verwerflich – im Gegenteil. Sobald exponierte Gewalt um ihrer selbst Willen eingesetzt wird, hat sie ihre Existenzberechtigung jedoch klar verloren.

Und an dieser Stelle stimme ich Spector überein: Es wird immer mehr Gewalt in Spielen geliefert, aber gleichzeitig ist diese immer sinnloser und entlarvt sich selbst als reine Potenz ihres Ursprungs. Das ist nicht nur schade, sondern auch besorgniserregend, weil mit der Konzentration der Talente in den Entwicklungsschmieden auf derartige Inhalte (jaja, die verkaufen sich gut), andere Ideen vom Zeichenbrett fallen. Und wer weiß? Vielleicht hätte die sich noch besser verkauft. Es gab mal eine Zeit, da hieß es, Videospiele seien die Verkörperung künstlerischen Universalanspruchs, da sie in ihrer Komplexität unterschiedliche Teilansätze zu einem großen Crescendo verschmelzen. Das trifft – sollte es einmal gestimmt haben – heute so wohl nur noch selten zu.

6 Kommentare
Autor: Björn Plantholt
Datum 16.06.2012 | 20:00 Uhr

Kommentare (6)

AlbertWesker28

geschrieben am 17.06.2012 um 19:13

AlbertWesker28

Wär gern cool

Kommentar #06
112 Beiträge

Looki intern - Gewalt erzeugt Gegengewalt

das neue metal gear wird viel gewalt liefern, was uns fans natürlich eher traurig stimmt weil jetzt jeder das game möchte nur weil es schön blutig wird und sich nicht wirklich für die hintergrundgeschichte interessiert. es war halt ein taktisches spionage action game und kein ich schlitze alles auf splatter

RAIDER01

geschrieben am 17.06.2012 um 17:47

RAIDER01

Möchtegern

Kommentar #05
219 Beiträge

Looki intern - Gewalt erzeugt Gegengewalt

gewalt in videospielen find ich oft recht gut dargesetlltteilweise sogar recht realistisch!
wer sich mit sowas beschäftigt wird sich meist davor hüten seine mitmenschen absichtlich zu verletzen,
zumindest diejenigen unteruns die im psychischen bereich von der gewaltdarstellung in viedeospieleln nicht zu sehr beeinflusst werden.
generrell sollten nur menschen die diese szenen vertragen auch auch spielen dürfen.
ich selbst kenne leute die bei solchen gewaltdarstellungen egal ob games oder dvds zunehmned agressiv
oder/ und depressiv werden, daher sollte jeder selbst überlegen in welchem maße man sollche darstellungen genießt.

in reallife sollte man gewalt nur als allerletztes mittel und nur zur verteidigung eingesetzt werden
grundsätzlich sollte man gewalt vermeiden und auf diplomatische weise die konflikte lösen!

in einigen games zb masseffekt ,deus ex etc kann man verschiedene optionen wählen und dem kampf entweder aus dem weg gehen oder wenn man bog dazuhat den feind einfach abschlachten.
ich finde das dies eine sehr gute idee der entwickler ist weil jeder lernen kann wie man sich in extremsitoationen verhält.
aussersdem werden bei games das reaktionsvermögen und schnelles denken in gefahrensitoationen trainiert!

geschrieben am 17.06.2012 um 12:32

KueheUmschubbsen_

Spam-Meister

Kommentar #04
2724 Beiträge

Looki intern - Gewalt erzeugt Gegengewalt

ich glaube, relativ viel von dem "mehr an gewalt" ergibt sich einfach aus dem mehr an rechenpower im vergleich zu früher, mit dem sich eben alles (also eben auch die gewalt) besser darstellen lässt. eines meiner ersten spiele war doom, was als solches immer noch gaaanz weit oben in sachen gewalt verkehrt. nur zu zeiten von doom hatten spiele überhaupt keine physik, also auch keinen ragdolleffekt etc.
zum zweiten kan man auch einfach davon ausgehen, dass es um so mehr sinnlose gewalt gibt, je länger es computerspiele gibt. einfach weil es im laufe der zeit nur mehr werden kann und nicht weniger. wenn jetzt keiner mehr sonderlich gewalthaltige spiele baut, ist auch in 10 jahren immer noch die amokszene auf COD (oder wars BF?) das maß aller dinge, aber wahrscheinlich hat bis dahin irgendwer noch mehr fäkalien in den ventilator geworfen.
die frage ist daher in meinen augen weniger, ob das maximum an gewalt steigt, was unvermeidlich ist, oder wohin der durchschnitt der gewalt pro gespielter zeit geht. und das kann wohl schwer jemand berechnen. gehört mit sims und singstar verbrachte zeit da auch mit rein? oder nur shooter? und wenn ja, dann nur aktuelle, oder gilt die gute alte partie CS ebenfalls.
die zweite frage ist natürlich, wenn es wieder ein neues maximum an gewalt gibt, wie es von der spielergemeinschaft aufgenommen wird. ist es dann ein must have, das am releasetag rekordumsätze generiert, oder verdreht der großteil der spieler die augen über dieses randprodukt?
bei filmen geht es zB mir auch so, dass ich seit matrix zwei, als die 100 karren in 100 sekunden geschrotet haben, keinerlei lust auf noch mehr kaputtnik und noch größere explosionen habe. bei terminator 4 habe ich beim geballer mehrfach auf die uhr geschaut, was das schlimmste ist, was einem film passieren kann. der film ist in meinen augen inzwischen am maximum an gewalt angekommen, wer guckt sich zb. noch den nächsten teil von SAW an?

insgesamt gibt es einfach genres, die sich mit gewalt befassen, die aber gerade besonders esporttauglich sind. shooter und prügler kan man nun mal besser in der liga gegen andere menschen zocken als aufbaustrategie- oder rollenspiele. und gerade das zocken gegen menschen macht vielen am meisten spaß und darum geht es schließlich.

Hanrod

geschrieben am 16.06.2012 um 22:50

Hanrod

Wär gern cool

Kommentar #03
187 Beiträge

Looki intern - Gewalt erzeugt Gegengewalt


Zitat:
Zitat von knufax
Es gab mal eine Zeit, da hieß es, Videospiele seien die Verkörperung künstlerischen Universalanspruchs, da sie in ihrer Komplexität unterschiedliche Teilansätze zu einem großen Crescendo verschmelzen. Das trifft – sollte es einmal gestimmt haben – heute so wohl nur noch selten zu.
Du solltest mehr Indie games zocken ^^


naja stimmt teilweise oder?^^
Andererseits,als Rollenspieler muss ich gestehn kann man gewalt sehr wohl in sehr geringen Mengen einsetzten und recht große erfolge erzielen was die Begeisterung der (Mit-)Spieler zu wecken.... auch wenn das nun wieder schwer auf Virtuelle gegenparts oder Videospiele im allgemeinen übertragbar ist.

wobei man ja durchaus auch die art der Gewalt unterscheiden...ach egal, solche Diskussionen führen,wie wir wohl alle wissen, mehr in die Unendlichkeit.



geschrieben am 16.06.2012 um 22:27

SNAFU

Wär gern cool

Kommentar #02
187 Beiträge

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Der Text lässt mich sofort an den Splinter Cell Trailer denken.
Ubisoft hatte damit eine Marke in der es eben nicht darum ging sich von einen Level in den nächsten zu ballern, sondern seine Mission zu erfüllen ohne einen Berg von Leichen zu hinterlassen.
Ich verstehe ja das sich solche Marken mit der Zeit weiter entwickeln müssen, aber ich weiß nicht ob es so clever ist daraus jetzt den nächsten Call of Duty-Klon zu machen.

knufax

geschrieben am 16.06.2012 um 20:30

knufax

Eingeweihter Ausweider

Kommentar #01
828 Beiträge

Looki intern - Gewalt erzeugt Gegengewalt

Es gab mal eine Zeit, da hieß es, Videospiele seien die Verkörperung künstlerischen Universalanspruchs, da sie in ihrer Komplexität unterschiedliche Teilansätze zu einem großen Crescendo verschmelzen. Das trifft – sollte es einmal gestimmt haben – heute so wohl nur noch selten zu.

Du solltest mehr Indie games zocken ^^

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