Journey - Test 

Der Diskurs um die künstlerischen Seiten von Videospielen ist in letzter Zeit immer mehr eingeschlafen. Vielleicht weil das Videospiel als Kunstwerk in der gesellschaftlichen Mitte angekommen ist? Wohl eher weniger, aber immerhin gibt es immer wieder Spiele, die es sich zur Aufgabe machen, genau diese Seite unseres geliebten Hobbys ins Rampenlicht zu rücken. Genannt seien hier nur Größen, wie ’Shadow of the Colossus’, ’Braid’ und ’Limbo’. Auch die Spiele von That Game Company, beispielsweise ’Flower’ und ’Flow’, gingen diesen Weg, wenn gleich auch nicht ganz so erfolgreich, wie die genannten Hits. Mit ’Journey’ kommt nun das größte bisherige Projekt der Kalifornier auf den Markt – natürlich auch als Budget-Spiel und nur in virtueller Form. Was wir auf dem Weg zum „großen Berg“ alles erlebt haben und ob wir euch die Reise empfehlen können, klärt der Test.
Vom Sand in den Schnee
Wer 'Journey' das erste Mal startet, wird sich gleich wohl fühlen. Nichts stört die Pracht der weiten Wüste, nur hin und wieder glimmen silbrige Buchstaben auf, um essenzielle Informationen zu vermitteln.
Doch auch das hat nach wenigen Minuten ein Ende und man findet sich zunächst ganz allein in einer unendlichen Wüstenlandschaft wider, die zugleich bedrückend und befreiend wirkt und etwas Hypnotisches hat. Passend dazu übernimmt man die Geschicke eines unbekannten, in ein rotes Gewand gehüllten Wesens, das ebenso, wie der Wüstensand, einfach da ist. Wir wissen nicht, wo es her kommt und auch nicht wo es hin will. Wir wissen nur, dass es unseren Befehlen folgt. Zumindest soweit es die Natur zu lässt. Es kann allein nicht springen, hohe Dünen erklimmt es nur schwerfällig und dem starken Wüstenwind hat es nur wenig entgegen zu setzen. Doch der Sonne vermag es zu trotzen. Egal, wohin wir es führen und wie viel Zeit wir uns nehmen, das Rotkäppchen beklagt sich nicht, setzt einen Fuß vor den anderen und vertraut uns. Wir erblicken nichts außer unendlichem Sand und einem großen Berg in der weiten Ferne.

Ganz intuitiv wenden wir uns ihm zu und beginnen in seine Richtung zu traben. Unterwegs begegnen wir immer wieder verlassenen Ruinen einer längst vergangenen Zeit.

'Journey' ist mehr eine melancholische Reise ins Innere, als ein Spiel. Dementsprechend muss man Abstriche beim Gameplay in Kauf nehmen.
Ganz intuitiv wenden wir uns ihm zu und beginnen in seine Richtung zu traben. Unterwegs begegnen wir immer wieder verlassenen Ruinen einer längst vergangenen Zeit.




