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Release: 01.01.2005  

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht...

10.03.2010 von Björn Plantholt
Killerspiele - Debatte
Gerade beim Waffengesetz herrschte Uneinigkeit.
Kurz vor dem Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden am 11. März 2009 hat der einberufene Sonderausschuss in Baden-Württemberg am Dienstagabend seinen 881 Seiten schweren Abschlussbericht zu dem Vorfall im Landtag vorgelegt. In der Erklärung, die von insgesamt 18 Abgeordneten stammt, werden über 100 Empfehlungen ausgesprochen, 77 stammen von einer eigens eingesetzten Expertenkommission. Unter den Vorschlägen wird beispielsweise die Verdoppelung der eingesetzten Schulpsychologen an Südwest-Schulen oder der Einsatz von Gewaltpräventionsberatern und ein Anti-Mobbing-Programm genannt. Nach Bild-Angaben werde sogar präventioneller Schieß-Unterricht für Jugendliche diskutiert.

In dem Bericht heißt es demnach: „Der Sonderausschuss Winnenden möchte die erfolgreiche Jugendarbeit in den Sportschützenvereinen stärken, indem insbesondere der Gewalt-Präventionsgedanke noch intensiver betont wird. [...]Besonders geeignet ist aus Sicht des Sonderausschusses die Sportart Biathlon [...].“ Die Sportart versteht sich als Kombination aus den Disziplinen Skilanglauf und Schießen. Zum Jahrestag des Amoklaufs soll am morgigen Vormittag eine Gedenkstunde mit Bundespräsident Horst Köhler stattfinden. Danach wird der baden-württembergische Landtag über die Empfehlungen abstimmen.

Wie die Badische Zeitung unter Berufung auf den Ausschussvorsitzenden Christoph Palm (CDU) meldet, koste die Umsetzung aller Vorschläge etwa 30 Millionen Euro pro Jahr, für die das Land aufkommen müsste. Dem Gremium sei aber durchaus klar gewesen, dass "kein Patentrezept" für die Abwendung von Amokläufen existiert. „Um Amokläufe unwahrscheinlicher werden zu lassen, bedarf es mehr als Türknäufe und eines der strengsten Waffengesetze der Welt", sagte Palm.


Keine Einigkeit beim Waffenrecht

Im Gegensatz zu vielen anderen Punkten habe es aber vor allem beim Waffenrecht keine Einigkeit gegeben. „Der Zugang zu Waffen ist eines der größten Risiken für Gewaltexzesse und Amokläufe", argumentierte Katrin Altpeter, die SPD-Obfrau im Ausschuss. Aus diesem Grund haben SPD und Grüne den Privatbesitz großkalibriger Waffen unterbinden wollen, während CDU und FDP dies mit der Begründung ablehnten, dass der Einsatz einer Waffe lediglich am Ende einer Entwicklung stünde.

Der Forderung, das Waffengesetz weiter zu verschärfen, entgegnete Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) bereits Anfang März mit der Ansicht, in Deutschland bestünde schon eines der strengsten Waffengesetze in ganz Europa. Schließlich sei es nach dem entsprechenden Vorfall noch einmal überarbeitet worden. „Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal schauen, wie sich das im Juli 2009 verschärfte Waffenrecht auswirkt", so der Minister damals gegenüber dem Südwestrundfunk.

Natürlich ist die Verfügbarkeit von Waffen ein Risikofaktor auch für Amoktaten“, erklärte Rech weiter. „Aber man muss auch sehen, dass es in keinem Bereich hundertprozentige Sicherheit und hundertprozentigen Schutz gibt. Ich setze sehr auf die Verantwortung von Vereinen und Verbänden.“ Handlungsbedarf sieht der Innenminister jedoch bei vermeintlich gewaltverherrlichenden Spielen: „Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot ernst machen."

Hintergrund der aktuellen Diskussion ist der so genannten Amoklauf von Winnenden am 11. März 2009, der in den schwäbischen Orten Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und dem Amokläufer selbst das Leben gekostet hat.
Quelle: Welt.de / Bild.de / Badische-zeitung.de

Kommentare (7)

geschrieben am 10.03.2010 um 22:17

Caedes

Spam-Lehrling

Kommentar #07
388 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

Biathlon is´ doch super!! Bekommt man ´ne gute Kondition und kann trotz hohem Puls noch genau Zielen!! ;)
Und die bösen Killerspiele werden verboten, damit die Kid´s auch brav zum Training gehen und nicht daheim vorm Bildschirm rumlungern!! Alles klar!?^^

geschrieben am 10.03.2010 um 17:25

KueheUmschubbsen_

Spam-Meister

Kommentar #06
2440 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

biathlon ist vermutlich die effektivste trainingsmethode für geplanten amok, das habe ich so richtig verstanden, oder?
und computerspiele sollen verboten werden, weil sie einem bei einem amoklauf nichts nutzen, so ist die argumentation gewesen, sehe ich das richtig?

adenoid

geschrieben am 10.03.2010 um 16:37

adenoid

Diktator von Offtopia

Kommentar #05
2643 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

?Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot ernst machen." Wow. Irgendwie fühl ich mich jetzt schwer beleidigt von Baden-Württembergs Innenminister.

geschrieben am 10.03.2010 um 16:32

diefohr

Wär gern cool

Kommentar #04
383 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

Waffen sind kein grosses Problem. Sogar das Schiessen soll trainiert und gefördert werden. Aber PC-Spiele sind das Übel schlechthin!
Bei soviel Heuchelei krieg ich das Kotzen!

OmegaAUT

geschrieben am 10.03.2010 um 15:22

OmegaAUT

Neuer Benutzer

Kommentar #03
2028 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

Ach, ihr habt eure Killerspiele und wir unsere Nazi-Politiker...

Eine unserer Politikerinnen will die NS-Verbotsgesetzte in Österreich lockern... DAS ist krank!

m4ggot90

geschrieben am 10.03.2010 um 13:38

m4ggot90

Neuer Benutzer

Kommentar #02
157 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

?Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal schauen, wie sich das im Juli 2009 verschärfte Waffenrecht auswirkt"

hört sich für mich so an wie: ja wir schaun mal wieviele amokläufte noch passieren, dann verschärfen wir das eventuell noch.

wtf!

lufkin

geschrieben am 10.03.2010 um 12:23

lufkin

Benutzer

Kommentar #01
184 Beiträge

Amoklauf von Winnenden - Sonderausschuss legt Abschlussbericht vor

Ach, beim Zugang zu scharfen Waffen besteht also kein Handlungsbedarf wohl aber bei dem ach so gefährlichen "Killerspielen"?
Die haben doch echt den Schuss nicht gehört.
Die sollten sich mal ernsthafte Fachliteratur zum Thema ansehen und nicht den populistischen Blödsinn der in den klassischen Medien verbreitet wird, nur weil der leichter zu verstehen ist und vermeintlich einfachere Lösungen bietet.
Wer sich für ernsthafte Literatur interessiert: Michael Kunczik und Astrid Zipfel: Gewalt und Medien - Ein Studienhandbuch http://books.google.de/books?id=q6LOIdoYliQC&printsec=frontcover&dq=Gewalt+und+Medien&ei=2YCXS6eqB4i0zQTKhOX1Cg&cd=1#v=onepage&q=&f=false
Sicher nicht so bequem wie einfach mal alles verbieten aber dafür ehrlich.

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