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Combat Mission 2 - Test PC


Es ist ein klammer Morgen im Frühjahr des Jahres 1942. Die Sonne geht gerade auf, der letzte Frühnebel zieht noch über die Wiesen. Aber die scheinbare Stille ist trügerisch… In der Nähe ist eine russische Fallschirmjäger-Kompanie gelandet und der unter meinem Kommando stehende Infanterie-Zug hat den Befehl, die Stellung an einer Furt für mindestens 20 Minuten bis zum Eintreffen der Unterstützung zu halten .Meine Soldaten sind in einem kleinem Waldstück in Deckung gegangen, wobei ich die beiden MG42-Stellungen habe ich so anlegen lassen, dass sich ihre Schussfelder überschneiden. Schon bald tauchen die ersten feindlichen Truppen aus dem Nebel auf, jedoch habe ich den Befehl gegeben, erst zu schießen, wenn sie näher heran gekommen sind. Die Fallschirmjäger rücken vorsichtig vor; sie scheinen zu ahnen, dass etwas in der Luft liegt. Nach einer Minute sind sie nahe genug herangekommen und meine Truppen eröffnen das Feuer. Der Kampf beginnt.



Dies ist nur eine der 60 in Combat Mission 2: Barbarossa to Berlin enthaltenen Szenarien. Diesmal hat sich der Entwickler Battlefront ganz auf den Ostfeldzug des 2. Weltkriegs konzentriert. Die Front erstreckt sich über tausende Kilometer unwegsames Gelände von Murmansk bis in den Kaukasus. 7 Nationen treffen aufeinander: Finnland, Ungarn, Rumänien, Deutschland, Italien, Polen und die Sowjetunion, dazu kommen noch Garde- u. Eliteverbände sowie Partisanen. Über mehr als 600 verschiedene Einheiten und 300 Fahrzeuge kann man das Kommando übernehmen.

Wie schon Combat Mission 1, so wird auch der Nachfolger rundenbasiert gespielt, jedoch kommt dieses Spiel ganz ohne Hexfelder oder Aktionspunkte aus, die man von anderen Strategiespielen dieser Art kennt. Das Schlachtfeld wird in einer detaillierten 3D-Karte dargestellt, die frei dreh- und zoombar ist. Auch wenn man während der ganzen Zeit das komplette Schlachtfeld betrachten kann, werden feindliche Einheiten erst sichtbar sobald die eigenen Truppen Sichtkontakt haben; vermutete gegnerische Positionen werden durch ein entsprechendes Symbol an der Stelle gekennzeichnet. Die Steuerung ist recht intuitiv: ein Klick auf die einzelnen Soldaten öffnet ein Menü mit verschiedenen Bewegungsarten (von rennen bis hin zu gleiten) und anderen Befehlen (Zielzuweisung, Schussfeldfestlegung, etc.), ein weiterer Klick auf die Karte lässt den Soldaten sich zu der Stelle bewegen. Am unteren Bildschirmrand wird zusätzlich der Status des Soldaten angezeigt, sprich seine Moral, Gesundheit und welche Waffen er dabei hat.

Am Anfang jeder Runde kann man nun seinen Soldaten die entsprechenden Befehle erteilen, anschließend berechnet der Computergegner seine Züge, welche dann in einer einminütigen Sequenz ausgeführt werden. Während dieser Sequenz hat man als Befehlsgeber keine Möglichkeit auf etwaig auftauchende Überraschungen direkt zu reagieren, sondern muss sich ganz auf die Fähigkeiten seiner Untergebenen verlassen. Diese reagieren jedoch im Allgemeinen ziemlich clever. Ein Trupp Infanterie, der sich plötzlich im Sperrfeuer eines MG-Nestes wiederfindet, wird sofort in Stellung gehen, um das Feuer zu erwidern und ein Panzer, der bei der Verfolgung von Infanterie einen gegnerischen Panzer sichtet, wird sich sofort dieser größeren Bedrohung stellen. Auch die Gebäude sind mehr als nur reine Dekoration, da sie von Soldaten betreten werden können, welche dann aus dem Blickfeld des Feindes verschwunden sind. So lassen sich in Stadtleveln wie Stalingrad vorzüglich Hinterhalte gestalten.
Bei der Berechnung der Kampfsequenzen spielen eine Menge von Faktoren eine Rolle: ein schlechter Schusswinkel und ein Geschoss kann an einem gegnerischem Panzer schon mal abprallen, matschiger Untergrund sorgt dafür, dass sich Radfahrzeuge auch festfahren und große Verluste gegen einen anscheinend übermächtigen Feind ruinieren die Moral einzelner Truppenteile so stark, dass diese in Panik davonlaufen. Auch die Jahreszeiten können Einfluss auf das Spielgeschehen haben, denn wo sich im Sommer noch eine Infanterieeinheit wunderbar in einem Kornfeld verstecken konnte, dürfte dies im Winter nur schwer möglich sein.



Diese Tatsachen zeigen schon die große Realitätsnähe von Combat Mission 2. Um diese noch weiter zu unterstreichen, hat CDV die zehn vorgefertigten Operationen und alle Szenarien auf echten Kampfberichten des 2. Weltkrieges aufgebaut, was das Spiel schon eher zu einem Militärsimulator werden lässt. Wem die mitgelieferten Missionen nicht ausreichen, der kann sich mittels eines einfach zu bedienenden Editor in kürzester Zeit neue erschaffen. Die Größe der Karten variert von ein paar hundert Metern in jede Richtung bis hin zu Schlachtfeldern von einigen Quadratkilometern.

Richtig anspornend wird es natürlich erst, wenn man sich mit dem taktischem Genie eines anderen Menschen messen kann. Zu diesem Zweck wurden vier verschiedenen Multi-Player-Modi integriert. Neben Internet- und Netzwerk-Spiel wurden auch ein HotSeat-Modus und ein eMail-Modus eingebaut. Ersteren kennt man noch aus einigen anderen Rundenbasierten Spielen, hier geben die Spieler am selben Computer nacheinander den Einheiten ihre Befehle, bei letzterem werden die Züge in einer Datei gespeichert, die man dann an seinen Gegner verschickt.

Obwohl Grafik für die Fans von Strategiespielen meistens keine große Rolle spielt, hat Battlefront auch auf diesem Gebiet ganze Arbeit geleistet . Ist die Zoomstufe hoch genug, sieht man die Bäume sich im Wind bewegen, Pulverdampf wabbert aus Kanonen, wobei letztere hier durch den Rückstoss jedes Mal ein Stück nach hinten zurückfedern. In den Szenarien trifft man auf bereits vom Krieg gebeutelte Ortschaften, wo noch Rauch aus den verkohlten Dächern aufsteigt und Löcher im Kirchturm zu sehen sind. Man sieht Panzergeschosse durch die Luft rauschen und Panzerung bei einem Treffer davonfliegen. Die Animationen aller Einheiten sind sehr detailiert gestaltet: Panzerketten bewegen sich während der Fahrt und Soldaten schmeißen sich in einer flüssigen Bewegung zu Boden, um dann weiter in Richtung Feind zu gleiten. Damit man niemals die Übersicht auf dem Schauplatz verliert, werden die Wände der Gebäude durchsichtig sobald eine eigene Einheit von ihr verdeckt würde.
Combat Mission 2
(Cluster: web3 - Sprache: de)