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Gungrave Overdose - Test Playstation 2




In Zeiten einer allgemeinen Besessenheit Richtung fotorealistischer Darstellung um jeden Preis ist es schön zu sehen, dass es besonders im fernen Japan noch Entwickler gibt, die ihr Handwerk wirklich verstehen und wissen, womit Spieler beglückt werden wollen. Zu ihnen gehören die Jungs und Mädels von Red Entertainment, die mit Gungrave Overdose einen der coolsten (und wohl auch unbekanntesten) Helden zurück auf die heimische PlayStation 2 bringen. Beyond the Grave zückt erneut seine Wummen, um mit ihnen ein Effektfeuerwerk abzubrennen, das es so nur selten zu sehen gibt.

Wer auf ausgeklügelte Spielkonzepte steht, ist bei Gungrave Overdose ohne Zweifel an der falschen Adresse. Eine Ballerorgie in Reinform präsentiert sich hier in einer Gesamtkomposition, die über das gesamte Spiel zu fesseln weiß. Psychedelische Non-Stop-Actionsequenzen wechseln sich ab mit grandiosen Animeszenen und Dialogen der einzigartigen Charaktere, welche für sich alleine einen Großteil des Charmes des Titels ausmachen.

Am auffälligsten ist sicherlich Beyond the Grave, ein Deadman, der mit zwei überdimensionierten Knarren und einem High-Tech-Sarg auf dem Rücken schon im ersten Teil dem Millennion-Syndikat das Leben schwer machte. Dieses schuf durch direkte Injektion von Seed, einer überaus starken Droge, bei Menschen willenlose Kreaturen, Orgmen genannt, deren Vernichtung doch nicht so vollständig war, wie Grave es sich damals gedacht hatte.
Um der Ausbreitung von Seed ein für alle Mal ein Ende zu setzen, hat er diesmal auch nichts gegen die Gesellschaft zweier weiterer Deadman einzuwenden, die er kurz nach Spielbeginn trifft - Rocketbilly „RB“ Redcadillac, ein Gitarre spielender Rockstar mit aufwändig gestylter Frisur und einer starken Neigung hin zu hübschen Frauen, und Juji Kabane, ein scheinbar blinder Schwertkämpfer mit großer Klappe und ständig schlechter Laune.

Sowohl Juji als auch RB können später als Bonuscharaktere durch dieselben Areale gescheucht werden, durch die Grave schon zuvor gestapft ist, spielerisch unterscheidet sich das Trio jedoch kaum. Ganz dem Original folgend, lauft ihr auf geraden Pfaden durch abgegrenzte Areale und zertrümmert dabei alles durch Schuss- oder Melee-Attacken, was nicht gerade zu den Grundmauern der Architektur zählt. Kämpfe gegen Dutzende Gegner gleichzeitig sind an der Tagesordnung, und wenn dabei noch ein ganzes Ladenlokal in seine Bestandteile zerschossen wird, kennt die Freude keine Grenzen mehr. Sind alle Gegner besiegt oder wurde ein bestimmter Schalter betätigt, geht es in den nächsten Raum, wo das Spielchen von vorne beginnt.



Klingt öde, ist es aber nicht, selbst wenn spielerisch wirklich wenig von euch verlangt wird. Über einen großen Teil der immerhin gut sechs Stunden langen Storyline reicht es vollkommen aus, beständig auf die Schuss-Taste zu hämmern (Dauerfeuer lässt sich auf Wunsch in den Optionen hinzuschalten), um am Leben zu bleiben.
Gungrave Overdose
(Cluster: nd02 - Sprache: de)