Wie viele Messen braucht das Land? - Spezial 

Während sich Games Convention und gamescom wie zwei Kinder im Sandkasten die Schippen gegenseitig fleißig auf die Stirn hämmern, steht die europäische Konkurrenz scheinbar längst in den Startlöchern, den beiden ihr Spielzeug zu klauen – ihre geliebte „europäische Leitmesse“ für Video- und Computerspiele...
Wenn zwei sich streiten, (man entschuldige den plumpen Anfang) freut sich der Dritte. Treffender lässt sich die aktuelle Situation aber kaum beschreiben, vor der die – inzwischen (beziehungsweise noch) – zwei deutschen Spielemessen stehen. Die Diskussion um Europas führende Leitmesse in Sachen Video- und Computerspiele hat durch den Auftritt eines europäischen Topmanagers nämlich frischen Wind bekommen. Der gute Herr sprach gegenüber der Financial Times Deutschland über Bestrebungen hin zu einer dritten Spielmesse und bezieht sich dabei auf die Interactive Software Federation of Europe, der unter anderem die nationalen Verbände aus England, Frankreich, Deutschland (bei uns BIU genannt; s.u.) und den Niederlanden angehören.
Der Clou: diese dritte Spielemesse soll ab 2010 europaweit als Leitmesse fungieren, einem Anspruch, mit dem sich bisher Leipzig schmückte und nun Köln schmücken wird. Dass hier mehr als die ersten bissigen Töne eines Konkurrenten zu vernehmen sind, ist dabei nicht einmal abwegig.
Man muss sich nur einmal überlegen, was eine (wirkliche) Leitmesse ausmacht und von Leipzig/Köln gewissenhaft ignoriert wird. Neben einer breiten Anwesenheit aller namhafter Publisher und Entwickler ist es vor allem die Präsenz aller kommenden Spielehighlights.
Der erste und wohl wichtigste Grund, warum dieser Anspruch in Deutschland niemals von einer Messe erfüllt werden kann, lässt sich leicht auf einen Punkt bringen: Jugendschutzgesetz! Wie soll man europäischen Spielern eine Messe verkaufen, auf der Krachertitel wie Resident Evil 5 niemals zu sehen sein werden? Den Casualgamer mag LittleBigPlanet noch reichen, den Hardcoregamer wird immer ein fader Nachgeschmack von der Messe mit nach Hause begleiten, seine „bösen“ Shooter nicht spielen zu dürfen, weil ein Gesetz es verbietet.


Hinzu kommen (hausgemachte) Probleme mit dem Image der deutschen Messe. 2008 übertrafen die Besucherzahlen mit 203.000 zwar selbst die der Tokyo Game Show (hierhin kamen 9.000 Besucher weniger), von einem idealistischen Vorsprung ist die GC aber nach wie vor trotz schwächelnder E3 sehr sehr weit entfernt gewesen, von der TGS ganz zu schweigen.
Der erste und wohl wichtigste Grund, warum dieser Anspruch in Deutschland niemals von einer Messe erfüllt werden kann, lässt sich leicht auf einen Punkt bringen: Jugendschutzgesetz! Wie soll man europäischen Spielern eine Messe verkaufen, auf der Krachertitel wie Resident Evil 5 niemals zu sehen sein werden? Den Casualgamer mag LittleBigPlanet noch reichen, den Hardcoregamer wird immer ein fader Nachgeschmack von der Messe mit nach Hause begleiten, seine „bösen“ Shooter nicht spielen zu dürfen, weil ein Gesetz es verbietet.


Hinzu kommen (hausgemachte) Probleme mit dem Image der deutschen Messe. 2008 übertrafen die Besucherzahlen mit 203.000 zwar selbst die der Tokyo Game Show (hierhin kamen 9.000 Besucher weniger), von einem idealistischen Vorsprung ist die GC aber nach wie vor trotz schwächelnder E3 sehr sehr weit entfernt gewesen, von der TGS ganz zu schweigen.








