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Spaceforce: Rogue Universe - Test PC




Schweine im Weltall...



Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, wir hatten keinen schlechten Tag oder einfach nur Lust, ein Spiel zu „bashen“, das man sich eigentlich im Kalender angestrichen hatte. Spaceforce: Rogue Universe ist halt einfach nur beinhartes Mittelmaß. Ach, das glaubt Ihr uns nicht? O.K. das Publikum verlangt Beweise und die soll es haben. Angesichts der Ebbe an ordentlichen Weltraum-Shootern schwelgt wohl jeder Fan noch in Erinnerungen an X³ oder Freelancer, da klammert man sich halt noch an jeden Strohhalm. Alles an Spaceforce: Rogue Universe sah bisher nach einem würdigen Vertreter des Genres mit drei interessanten Eckpfeilern aus: Kampf, Diplomatie und Handel.

Nun gut, im vorliegenden Testmuster waren zwar alle drei Komponenten vorhanden, jedoch weitaus schlechter als man es sich vielleicht vorher dachte. Angefangen bei der deutlich übertriebenen Anzahl an Befehlen bekommen vor allem Anfänger gleich mit der dicken Schippe eins auf den Deckel. Wäre ja noch zu verkraften, wenn Entwickler Provox ein ordentliches Tutorial parat hätte. Ist jedoch nicht der Fall und so fliegt man zu Beginn noch reichlich verwirrt durchs All. Wo geht es lang, was muss ich wie machen? Wir zitieren Die Fantastischen Vier:

"Niemand kann's dir sagen, keiner kennt die Antwort auf alle deine Fragen."

Fortgeschrittene Naturen haben sich – trotz einiger Startschwierigkeiten – dann doch irgendwie durchgefuchst. Die total öde 08/15-Story featuring Geschwistertrennung durch Kindheitstrauma lassen wir - nebenbei gesagt - bewusst außen vor, denn die ist in etwa so interessant wie ein Vortrag über Bienenkulturen.
Sitzt das Handling Eures Schiffes einigermaßen, darf es auch schon los gehen. An sich steuern die unterschiedlichen Schifftypen ja gar nicht einmal so schlecht, zunichte gemacht wird dies wie bereits erwähnt jedoch durch die überkomplizierte Tastenkonfiguration. So fliegt man also durch die unendlichen Weiten des Alls und trifft dabei auf allerlei unterschiedliche Parteien – Stichwort Diplomatie – um Beziehungen zu verbessern oder in die Brüche gehen zu lassen.

Dabei liegt es an Euch für wen Ihr Aufträge annehmt und wen Ihr dabei schadet. Als kleines nettes Geschenk - damit das mit dem Versöhnen etwas schneller geht - könnt Ihr auch Bares da lassen, denn da freut sich jedes noch primitive Lebewesen.

Vorausgesetzt, Ihr habt Euch durch die total unübersichtlichen Menüwüsten gefunden. Denn die machen nicht nur die Diplomatie, sondern auch das Ausrüsten Eures Schiffes und den Handel mit Euren Partnern zur unnötigen Qual. Moment, haben wir das in der Vergangenheit nicht schon einmal viel besser und vor allem übersichtlicher gesehen? Ja, aber erzählt es bloß keinem!

Die deutlich nach unten gerichtete Visage eines eigentlich motivierten Redakteurs tendierte im weiteren Verlauf des Spiels glücklicherweise etwas nach oben: Denn die Scharmützel mit den nun wirklich zahlreich vorhandenen Feinden machen sogar richtig Laune. Dank einigermaßen schnieker Optik kommen die gut inszenierten Gefechte sogar fast an die von X³ ran. Ob nun gleißende Laser oder fette Explosionen: In dieser Hinsicht gibt es an Spaceforce: Rogue Universe nichts zu meckern. Auch an Details wie gefährliche Anomalien wurde gedacht.

Überhaupt hat das Spiel unter atmosphärischem Gesichtspunkt Einiges zu bieten: Neben der ordentlichen Grafik verdient auch die Soundkulisse das Prädikat „Gut“. Man fühlt sich zumindest mitten im Geschehen, auch die eindrucksvolle Leere des Weltalls kommt richtig gut rüber. Doch wieso wurde nicht an einen Mehrspielermodus gedacht? Dieser hätte die abwechslungsarme Einzelspielerkampagne vielleicht vergessen lassen.
28.07.2007
01:13
(Cluster: nd02 - Sprache: de)