Shin Megami Tensei: Persona 4 - Test 

Als Persona 3 seinerzeit für die PS2 angekündigt wurde, haben nur wenige mit einer Veröffentlichung im Westen gerechnet. Dass der Titel dann aber nicht nur in Amerika, sondern sogar in Europa erschienen ist und somit seine Premiere feiern konnte, hat wohl niemand erwartet. Nachdem zuletzt auch die erweiterte Fassung von Persona 3 in die Läden gekommen ist, war zumindest eines Gewiss: Ein Release für Persona 4 dürfte nicht zu unrealistisch sein. Nun hat es seinen Weg in das europäische Videospiel-Regal gefunden und wurde von der ausländischen Fachpresse geradezu mit Lobeshymnen überhäuft. Aber was können wir von einem Nachfolger erwarten, der nur so kurze Zeit in Entwicklung war, dass er ein Jahr nach seinem Vorgänger erscheint? Eines ist gewiss - so hochgelobt Persona 3 auch war, es war keinesfalls ein perfektes Spiel. Viele Spieler hatten wegen der irgendwann monotonen Spielweise kein Durchhaltevermögen mehr, das Spiel auch wirklich durch zu spielen. Dessen schien sich Atlus bewusst zu sein, denn man versprach, Persona 4 würde in vielen Belängen seinem Vorgänger ähnlich sein, aber dennoch die Kritikpunkte von damals ausmerzen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob das das typische Promotion-Gerede war oder ob hier wirklich der heraufbeschworene Knaller vorliegt.
Detektiv-Story mal anders
Während Persona 3 keinen Wert auf eine im Ansatz realistische Story legt, bemüht man sich in diesem Fall wenigstens am Anfang um eine in den Rahmenbedingungen logische Geschichte. Der namens- und gefühlslose Hauptcharakter zieht von der Großstadt auf das Land, weil seine Eltern beruflich so eingespannt sind, dass sie sich um Ihn nicht mehr kümmern können. Direkt am ersten Schultag überrascht Euch anschließend die Meldung, dass eine Fernseher-Moderatorin im nebeligen Inaba kopfüber auf einen Telefonmast aufgespießt wurde. Was am Anfang noch wie ein Mord aus Rache aussieht - die junge Frau hatte eine verhängnisvolle Affäre - spinnt sich zu einer immer mysteriöser werdenden Mordserie aus.

Die Grafik ist wieder einmal nicht auf der Höhe der Zeit, begeistert dafür aber durch sympathische Charaktere und viel Liebe im Detail.
Gleichzeitig kommt unter den Schülern das Gerücht auf, dass man bei schlechtem Wetter seinen Seelenverwandten im Fernsehen sieht.




