Medal of Honor oder: Die Taliban müssen raus - Spezial 

Wie bei jedem Aufkommen eines neuen Mediums wird nicht nur in Deutschland, sondern weltweit seit Jahrzehnten diskutiert, wie weit Spiele gehen dürfen. Handelt es sich dabei um reine Unterhaltung und darf man sie überhaupt als Kunst ansehen? Oder geht es in Videospielen nur um eine pervertierte Anmaßung virtueller Macht? Einen der zuletzt größten Skandale rund um die Grenzen des “guten Geschmacks“ bei Spielen stellte die so genannte Flughafen-Szene aus dem Shooter 'Call of Duty: Modern Warfare 2' im Jahr 2009 dar. In dieser Sequenz sah der Spieler, wie unschuldige Zivilisten von Terroristen abgeschlachtet wurden und konnte nicht einschreiten. In diesem Jahr sorgte ein konkurrierender Shooter für große Schlagzeilen und mahnende Worte. Hintergrund dessen war weniger die gezeigte Gewalt, denn vielmehr eine spielbare Partei. Als Entwickler DICE und Publisher Electronic Arts im Sommer diesen Jahres ankündigten, dass Spieler im Mehrspielermodus des Serienreboots 'Medal of Honor' in die Haut von Taliban-Einheiten schlüpfen und gegen amerikanische Einheiten kämpfen können, war der Skandal vorprogrammiert.
Die radikal-islamische Bewegung Afghanistans gilt spätestens seit den Anschlägen in den USA am 11. September 2001 in vielen Augen als Ausbildungsherd für potentielle Terroristen.
Nach US-Interpretation rechtfertigt die UN Resolution 1368, welche die Anschläge verurteilt, einen militärischen Einsatz in Afghanistan völkerrechtlich, weshalb sich die USA seit Oktober 2007 mit der Operation Enduring Freedom in Afghanistan aus militärischen Gründen aufhalten. Da noch heute US-Truppen in dem südasiatischen Binnenstaat aktiv sind, äußerten sich vor allem amerikanische Bürger kritisch gegenüber der spielbaren Taliban-Fraktion. 'Medal of Honor' bringe einen realen Konflikt in die Zimmer von Jugendlichen, deren Väter vielleicht selbst in Afghanistan stationiert sind, wurde argumentiert.
Im Gegensatz dazu stehen Titel, die sich mit Szenarien wie dem Zweiten Weltkrieg oder der Vietnam-Ära auseinandersetzen. Parallel bemängelten amerikanische Bürger außerdem den Grundsatz, dass Kinder der westlichen Welt die theoretische Möglichkeit erhielten, auf virtuelle Amerikaner in einem Konflikt zu schießen, der weiterhin real abgehalten wird.

Im Gegensatz dazu stehen Titel, die sich mit Szenarien wie dem Zweiten Weltkrieg oder der Vietnam-Ära auseinandersetzen. Parallel bemängelten amerikanische Bürger außerdem den Grundsatz, dass Kinder der westlichen Welt die theoretische Möglichkeit erhielten, auf virtuelle Amerikaner in einem Konflikt zu schießen, der weiterhin real abgehalten wird.






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