...sangen einst Rio Reiser bzw. Michy Reinke als durch Deutschland noch eine hässliche Mauer ging und das Reisen innerhalb Europas nicht durch das Schengener Abkommen vereinfacht wurde. Heute ist das unproblematischer und so küsste unsere süße Air France-Maschine am Donnerstagmorgen pünktlich um 11.50 Uhr den harten Asphalt einer Landebahn des Pariser Flughafens Charles de Gaulle und wenige Minuten später befanden wir uns im Terminal - keine Kontrollen, keine Einsicht des Personalausweises. Dafür ein Flughafen, der eine eigene Stadt zu sein scheint und schon fast unnatürliche Ausmaße besitzt. Aber sind wir nur wegen des Songs und einer versprochenen Taxi-Fahrt in Frankreich? Keineswegs: Ubisoft lud uns herzlich ein, einen Blick auf “R.U.S.E.“ zu werfen, den neuesten Titel aus dem Hause Eugen Systems.
Rund 40 Minuten hat es nach der Landung gedauert, bis die Maschine endlich am Gate war und wir in der Nähe des Treffpunktes aus dem Shuttle-Bus stiegen. Nächste Anlaufstelle: Mit dem Taxi nach Pa... äh... zum Restaurant in Paris. Jeder, der einmal den Verkehr in Paris mitbekommen hat, wird mir wohl beipflichten, dass er ein Highlight ist. Ampeln sind zwar – wie auch hierzulande – oberste Befehlsgeber, aber dann kommt jeder für sich – und jeder als erstes. Kreisverkehre ohne Fahrbahnmarkierung werden genutzt wie der Autoscooter auf dem Jahrmarkt, wer keinen Platz machen will, wird weggedrängt, wer stehenbleibt, wird ausgehupt und Vorfahrt haben sowieso nur Roller und Motorräder. Egal, wie oft man dort war – der Pariser Verkehr macht schon beim Zusehen Spaß. Könntet Ihr an dieser Stelle Gedanken unterdrücken, die in eine andere Richtung gehen?
Im Restaurant angekommen, stellten wir gemeinsam fest, dass leider niemand richtig französisch konnte. Ärgerlich, bedenkt man, dass die Speisekarte in ebenjener Sprache verfasst vor uns lag und wir uns mit der Köchin persönlich in einem Gemisch aus Englisch, Französisch und Handgefuchtel unsere Mahlzeiten aussuchten. Ehrlich gesagt, weiß ich bis heute nicht, was da auf meinem Teller lag – direkt neben dem vorzüglichen Schwein. Sei es drum, es war auf jeden Fall gut. Nach dem Essen ein kleiner Verdauungsspaziergang am National-Archiv vorbei und schon befanden wir uns in dem Gebäude, wo uns das Spiel vorgestellt wurde.
Hier präsentierte man uns eingangs, zu welchen Zwecken die Lokalität noch genutzt wird. Ich muss sagen, dass ich noch nie einen Fernseher gesehen habe, der ein 3D-Bild ausspuckt, ohne das ich eine entsprechende Brille aufhabe. Als aus diesem während einer Demo allerdings Geld prasselte, lag die Versuchung, den Arm zu heben und es aufzusammeln, nicht fern. Neben mehreren anderen Techniken, wie Gesichtserkennung im Kino und Zusatzinformationen zu einem Getränk auf einer Bartheke, stand in den Räumlichkeiten der Marketing-Firma dann natürlich auch einer der berüchtigten "R.U.S.E".-Tische. Quasi ein iPhone in Kicker-Größe mit einem Touchscreen, der 1.950 Pixel breit auflöst - 15.000 Euro in einem Tisch.
Über das Spiel werden wir Euch in den kommenden Tagen natürlich ausführlich informieren. Schade war, dass wir auf der Rückfahrt zum Flughafen fast nur im Stau standen. Macht die Sache mit dem Verkehr gleich unspektakulärer. An dieser Stelle auf jeden Fall einen schönen Gruß an die werten Kollegen im Osten und Süden, die zwar kein französisch konnten, aber hoffentlich noch ihren Flug erwischten. Und Euch allen empfehle ich ein Taxi; eines, das nicht nur nach, sondern vor allem durch Paris fährt. Wenn auch nur für einen Tag...












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