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E3: Wo die Spieleindustrie zur Börse mutiert

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Datum 02.06.2012 | 20:00 Uhr
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Let's get ready to rumble!
Eine neue Hype-Welle prallt auf die Brandungsfelsen der Spielerschaft. Die E3 steht vor der Tür und mit ihr eine Verkaufsveranstaltung sondergleichen. An keinem anderen Ort werden in der Branche so viele künstliche Erwartungshaltungen generiert wie auf Videospielmessen - meist Monate vorher. CGI-Trailer gaukeln optische Highlights und atmosphärische Dichte vor, packende Demos zeigen Ausschnitte, von denen angenommen werden soll, sie repräsentierten das gesamte Spiel und Versprechen füllen Leerräume. Wie bei einer Kaffeefahrt muss man sich im Klaren sein: Hier werden Blasen geschaffen, hier wird am vorgeschobenen Point of Sale eben jenes Interesse erzeugt, das nach Möglichkeit sofort zur Vorbestellung führen soll.

Hätte man vor vielen Jahren noch sagen können, dass wirklich die Spiele im Vordergrund stehen, so ist es heute nur eine fiktive Summe aus Marketinganstrengungen, PR-Kapazität und Medienpräsenz. Bis daraus Hype wird, bedarf es jedoch einer wichtigen Zutat: dem empfänglichen Kunden. Wer sich über die allgegenwärtige Präsenz eines 'Call of Duty: Black Ops II' beschwert, gleichzeitig aber jede Nachricht in sich aufsaugt wie das Vakuum den Sauerstoff, der generiert den Hype erst und katalysiert dessen Wirkung. Letztlich ist eine Messe damit nichts anderes als eine Aktienbörse, auf der größtenteils mit virtuellen, fiktiven Werten gehandelt, Unbekanntes möglichst gut verkauft wird - das Öl im Zahnwerk der Maschine. Die Blase bläht sich auf und kann erst am Streetday beweisen, ob ihr Hubba-Bubba-Umfang gerechtfertigt war. Oder sie platzt im Praxistest der Medien – aus diesem Grund werden Tests von Videospielen immer wichtiger. Gleichzeitig liegt das Spiel in diesen Tagen bei der Preorder-Kultur allerdings schon im Briefkasten. Da kann der Test noch so schlecht ausfallen.

Das oben Geschriebene weiß jedes Kind, also warum üben Messen eine solche Faszination aus? Ganz einfach: Hier schlägt der Puls der Industrie! Auch wenn es in der Halsschlagader um Geld geht, so pumpt das Herz doch für Kunst, Innovation, Talent, Mut zu neuen Ideen und die eiserne Motivation, Menschen glücklich zu machen – zumindest in den meisten Fällen. Und das ist es, was die Videospielindustrie und ihre Messen besonders macht. Als Gegenbeispiel braucht man nur einmal Nachmittags ins Fernsehen schauen. Da sehe ich nichts von dem - nur Asche einer Unterhaltung, die schon lange keine mehr ist.

2 Kommentare
Autor: Björn Plantholt
Datum 02.06.2012 | 20:00 Uhr
Genre: Adventure | Publisher: next idea GmbH | Release: 01.05.2006 | Altersfreigabe: ab 6 Jahre

Kommentare (2)

geschrieben am 04.06.2012 um 23:48

Ichhier

Leeroy Jenkins

Kommentar #02
1038 Beiträge

Looki intern - E3: Wo die Spieleindustrie zur Börse mutiert

Na, mal kucken, ob diesmal etwas wesentliches, überraschendes oder innovatives angekündigt wird :)

AdaWong08

geschrieben am 03.06.2012 um 18:33

AdaWong08

Leeroy Jenkins

Kommentar #01
1554 Beiträge

Looki intern - E3: Wo die Spieleindustrie zur Börse mutiert

nicht nur spiele messen lösen eine faszination sondern alle messen sogar für etwas wofür man sich erst übehaupt nicht begeistern konnte

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