Dishonored: Die Maske des Zorns - First Facts 

Außerhalb infantiler Jahre dient Spielen häufig einem Zweck: endlich tun und lassen können, was man will. Nicht umsonst gehören Rache und Genugtuung zu den Kernthemen, um die sich Videospiele kreisen wie Satelliten um einen Planeten. Man möchte eben das tun, was moralische Grenzen im realen Leben unterbinden. Um so intensiver werden das Erlebnis und die Immersion, wenn man sich beim Spielen lösen kann, aus der realen Welt entflieht und sich voll und ganz einer neuen Existenz hingibt, einer unbekannten Umgebung mit fremden Gesetzen, die trotz allem glaubwürdig inszeniert wird. Dunwall, verseuchter Schauplatz des spannend klingenden First-Person-Actioners 'Dishonored: Die Maske des Zorns', ist so eine Welt.
In einer Mischung aus George Orwells '1984', MfS-Vergangenheit der DDR und 'Bioshock'-/'Thief'-Ambiente markieren Zäune, Wachtürme und gnadenlos brutale Patrouillen das Ende menschlicher Freiheiten und den Beginn staatlicher Unterdrückung. Vor diesem Hintergrund, der mit neo-viktorianischer Infrastruktur mit festem Blick auf (post-)industrielle Ästhetik verschmilzt, ist es der Spieler, der seine Auffassung von Ordnung umsetzen will. Gegen das System, gegen dessen Herrscher und wider die Gesetze der Natur.
Alles hat ein Ende
Frei nach den Motto, „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“, stehen in 'Dishonored' viele Wege offen, dieses Ziel zu erreichen. War Protagonist Corvo einst Leibwächter der Kaiserin, verbringt er seine Tage nun in einer schmutzigen Knastzelle des an das viktorianische London erinnernden Dunwalls. Während er für den Tod seiner Schutzbefohlenen verantwortlich gemacht wird, hat sich Fiesling Lord Regent zum neuen Herrscher ernannt und zur Untermauerung seiner düsteren Ansprüche ein drakonisches Terrorregime mitsamt klassischer Elemente des Polizei- und Überwachungsstaats etabliert.
Doch Corvo sind bei dem Versuch der Wiederherstellung des eigenen Namens und dem Rachefeldzug zu den wahren Kaisermördern alle Mittel recht. Umso besser für uns: Noch im Gefängnis hat der niedergeschlagene Ex-Bodyguard eine mysteriöse Begegnung mit dem so genannten Outsider, die ihm einen Ausweg aus dem Knast und einen Auftakt für seine Vergeltung beschert.







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