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Die Debatte über Spiele-Tests - Ein Kommentar - Spezial PC



Ein Kommentar von Looki-Autor Nils Hitzfeld.

Vor zwei Tagen stieß der ehemalige Redakteur der GameStar Christian Schmidt mit einigen provokanten Thesen eine Debatte über die deutsche Spielepresse an, die nicht nur in den Kommentaren, sondern auch in einer Gegendarstellung Petra Fröhlichs, der Chefredakteurin einiger Formate des Computec-Verlags, diskutiert wurden. Es ist eine längst überfällige Debatte über eine Branche, die von Teilen der Gesellschaft noch immer müde belächelt wird. Alleine die Machart des mehr als umstrittenen "Explosiv"-Beitrags über die Gamescom und ihre ausnahmslos "nerdigen" Besucher führte das eindringlich vor Augen.

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler schrieb 1977, „daß offen ausgetragene Kontroversen auch den wissenschenschaftlichen Diskurs […] erfahrungsgemäß voranbringen können. […] Insofern fördern Kontroversen, da sie zu einer argumentativen Auseinandersetzung zwingen, im Effekt die Diskussionsrationalität.“ (Wehler, Hans-Ulrich: Kritik und kritische Antikritik. In Historische Zeitschrift 225, 1977, S.347)

Zwar ist dies keine wissenschaftliche Debatte. Dennoch wird die Auseinandersetzung mit dem angesprochen Thema der Branche zur Profilierung in der Medienwelt helfen. Und um eine Debatte anzuregen, sind immer provokante Thesen notwendig, weshalb ich Christian Schmidt an dieser Stelle herzlich dafür danke.
Anders als bei anderen Printmedien leiden Spielzeitschriften anscheinend stärker unter der Online-Konkurrenz. Auch die künstlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen der Publisher durch Online-Embargos können den Zeitschriften offenbar nicht helfen. Es dürfte vor allem die Aktualität des Internet sein, die neben kostenloser Berichterstattung unschlagbarer Vorteil der Online-Medien zu sein scheint. Die Spielergemeinde ist nicht mehr auf Demos und Patches der beiliegenden CDs/DVDs der Zeitschriften angewiesen und fühlt sich online ausreichend informiert.

Für Online-Magazine ist der Ruf nach Aktualität wiederum nicht leicht zu befriedigen, ohne gewisse Abstriche in der Berichterstattung zu machen. Man kann nun wie Christian Schmidt nach investigativerem Journalismus rufen, aber das bedeutet für den Tester und die jeweilige Spieleseite einen Zeitverlust, der Besucher und dementsprechend Geld kostet.

Die Presse als Handlanger der Industrie?



Christian Schmidt fordert eine intelligentere, dem Kunstgehalt von Spielen entsprechende Berichterstattung, dem Petra Fröhlich entgegnet, dass „[d]ie allerwenigsten Spiele […] für ökonomische, politische, ethische, künstlerische oder gesellschaftlichen Urteile“ taugen.
 
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