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Deus Ex: Invisible War (Deutsch) - Test Xbox


Wer ist hier der Boss?



Die Welt von Invisible War ist geprägt von Konflikten, die von vier großen Vereinigungen untereinander austragen werden. Auf der einen Seite versucht die „WTO“, eine Organisation die eng mit den neu entstandenen Regierungen zusammenarbeitet, das Volk durch wirtschaftlichen Reichtum milde zu stimmen. Materielle Werte stehen daher bei der WTO an oberster Stelle. Dieses Vorgehen hat „Den Orden“ auf den Plan gerufen, der das genaue Gegenteil der WTO darstellt. Die Anhänger des Ordens haben es sich zur Aufgabe gemacht, Reichtum und eigenen Besitz auf das Nötigste zu begrenzen. In den Augen des Ordens war Wohlstand die Hauptursache für den Kollaps zu Zeiten J.C. Dentons.



Die dritten im Bunde haben sich gegen nanotechnische Veränderungen ausgesprochen. Als „Die Templer“ vertreten sie die Meinung, dass Biomodifikationen gegen das Werk Gottes sprechen und der menschliche Körper frei von technischen Veränderungen sein sollte. Ihnen gegenüber stehen die „Omar“, ein Zusammenschluss von Wesen, die aus dem Untergrund agieren und den Schwarzmarkt regieren. Die Omar waren einst Menschen, die durch Biomodifikation sämtliche menschlichen Züge verloren haben.

Als biomodifizierter Klon von J.C Denton habt ihr bei „Den Templern“ natürlich keinen leichten Stand. Trotzdem hat man in Invisible War jederzeit die Möglichkeit sich auf eine der vier Seiten zu schlagen. Macht ihr einen Job für eine Vereinigung steigt bei ihr euer Ansehen, gleichzeitig verschlechtert sich allerdings eure Stellung bei den anderen Organisation.

Giftpfeil oder Hackebeil?



Spielerisch zeichnete sich Deus Ex dadurch aus, dass für jede Situation mehrere Lösungswege zur Wahl standen. Dies hat sich auch in Invisible War nicht geändert und verleiht dem Spiel dadurch ungeahnte Möglichkeiten. Wer will, kann Invisible War als einen knallharten Shooter durchspielen, oder sich aber unbemerkt im Schutz der Dunkelheit fortbewegen und Gebäude über Lüftungsschächte infiltrieren. Wer sich allerdings nur in Rambomanier durch die Levels ballert oder Sam Fischer Konkurrenz machen möchte, wird an einigen Stellen fast verzweifeln. Schneller an sein Ziel kommt, wer mit der richtigen Mischung aus Tarnung und Konfrontation ans Werk geht.
Die Freiheit jederzeit selbst entscheiden zu können wie man vorgeht, macht neben dem abwechslungsreichen Missionsdesign den eigentlichen Reiz des Spiels aus.

Die XBox und ihre Erben?



Auch wenn Deus Ex: Invisible War spielerische Top ist, trübt die technische Umsetzung das Gesamtbild. Auffällig sind die kleinen Levelabschnitte die den Spielfluss unnötig mit langen Ladezeiten ins Stocken bringen. Dies scheint ein Tribut an die Xbox-Version zu sein, die mit weniger Hauptspeicher zurecht kommen muss und größere Levels wohl nur mit weiteren grafischen Abstrichen darstellen kann. In Anbetracht der teilweise beeindruckenden Licht und Schatteneffekte wäre das jedoch mehr als schade gewesen. Die in der PC-Version auftretenden Ladezeiten fallen bei der Xbox-Umsetzung mit Wartezeiten jenseits von 30 Sekunden sogar noch deutlicher ins Gewicht, des weiteren fallen auf der Xbox regelmäßige Ruckler negativ auf.

Trotz der gelungenen Effekte lässt die Grafik stellenweise noch Platz für Kritik. Die Mehrheit der Schauplätze wirkt auf PC und Konsole farblich ziemlich kühl und mangels Details wenig stimmungsvoll. Etwas mehr Farbe und mehr Abwechslung bei den Texturen hätte dem ein oder anderen Levelabschnitt gut getan. Ein Besuch in der Moschee oder der durch Licht und Blitze stimmungvoll in Szene gesetzte Energiegenerator im Untergeschoss des Ordens-Hauptquartiers lassen erahnen, was man grafisch alles hätte auf den Bildschirm zaubern können.

Die deutsche Synchronisation, die hierzulande der Grund für das späte Erscheinen von Invisible War ist, ist dagegen tadellos. Jede Figur besitzt eine glaubwürdige Stimme, hinter denen sich professionelle Sprecher verbergen. So sollten sich deutsche Synchronisationen anhören. Erfreulicherweise gibt es auch beim Sound nichts zu meckern. Passende Musiktracks, eine 5.1 Unterstützung auf der Xbox und eine abwechslungsreiche Geräuschkulisse verleihen dem Spiel trotz der steril wirkenden Grafik eine besondere Atmosphäre.
(Cluster: nd32 - Sprache: de)