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Act of War - Test PC


Command & Conquer: Generals war gestern? Heute kommt Act of War! Kann es Eugen Systems als unbekanntes Entwicklerteam wirklich schaffen, den Genreprimus vom Thron zu stoßen? Wir haben die Welt vom Bösen befreit, den wieder einmal guten Amerikanern zum Sieg verholfen und verraten euch, ob die Echtzeitstrategieszene einen adäquaten Ersatz gefunden hat.

Erst heute, auf der Fahrt ins Büro, musste ich an der Tankstelle schmerzhaft feststellen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des Monatslohns für die tägliche Autofahrt geopfert wird. Wer kennt die Problematik nicht. Nur warum gibt es dazu, außer vielleicht Oil Tycoon 2 von East Entertainment, kein aktuelles Computerspiel? Das dachte sich auch die junge Entwicklerschmiede Eugene Systems und entwickelte Act of War, das jetzt unter dem Atari Label erschienen ist. Die Hintergrundgeschichte war dementsprechend schnell gefunden. Die Geschichte von US-Autor Dale Brown verquickt dabei eine Ölkrise, böse Supergauner aus Russland, die in den USA im Moment so beliebten Terroristen und – natürlich – eine heroische US-Spezialeinheit, die die Welt vor der Katastrophe rettet, nicht mehr unter der Kontrolle der USA zu stehen.

Allen Unkenrufen zum Trotz macht Act of War bereits während der Installationen einen guten Eindruck und vermittelt in der Zeit, in der die Daten von der DVD auf die Festplatte geschaufelt werden, bereits einiges an Spannung. Warum? Während der Zeit läuft in knapp sechs Minuten das erste Video mit echten Schauspielern. Im Laufe der Einzelspielerkampagne wird sich die Spielzeit aller Videos auf über 45 Minuten addieren. Immerhin etwas, das wir seit den ersten Command & Conquer -Titeln eigentlich nicht mehr in einem Echtzeitstrategiespiel erleben durften.
Der Blutdruck ist also oben, die Chipstüte aufgerissen, der Kasten Cola steht bereit. Nachdem ich die Unheil bringende Waage aus meinem Blickfeld verbannt habe, kann die Einzelspielerpartie losgehen. Und sie beginnt genauso fulminant, wie das Intro aufhörte. Während der ersten Mission findet man sich bereits mit seiner Spezialeinheit in Mitten von ausgedehnten Stadtgebieten wieder, die fast jedes Level in Act of War dominieren. Schon bald führt uns das Spiel aber in den Nahen Osten, nach Russland und schließlich zurück in die USA, um das „Vaterland“ zu verteidigen. Bei den Terroristen in Act of War handelt es sich nämlich nicht um bösartige Islamisten mit ein paar Kalaschnikows, sondern vielmehr um eine gut ausgerüstete Truppe, die im weiteren Spielverlauf nicht nur Panzer, Flugzeuge und Hubschrauber aus aller Welt zusammenrafft, sondern sogar mit Selbstmordlastwagen versucht, die bösen Imperialisten zu zerstören und die Weltherrschaft um das knappe Öl zu erlangen. Aber sind es wirklich Terroristen? Welche Rolle spielt das Öl wirklich? Verschwörungstheoretiker kommen vollkommen auf ihre Kosten.

Rund um das knappe Öl dreht es sich zum Teil auch bei der Rohstoffbeschaffung in jeder der Missionen. Geld regiert die Welt und so ist auch Geld die einzige Ressource in Act of War. Beschafft werden kann es auf drei verschiedenen Weisen. Durch Ölquellen, die es anzuzapfen gilt, durch Banken, die es zu besetzen und zu verteidigen gilt und durch Kriegsgefangene. Kriegsgefangene? Richtig! Die Entwickler haben in den Abendnachrichten wohl einmal zuviel die Wörter „Unlawful Combatant“ und „Guantanamo Bay“ gehört und daraus ein schon fast witziges Spielfeature entwickelt. Nimmt man feindliche Fußsoldaten gefangen, anstatt diese aus Versehen zu erschießen, erhält man für diese einen einmaligen Geldbetrag. Kerkert man die Gefangenen während der Mission auch noch ein – wohl mit einem Folterknecht, denn Geheimdienstinformationen lassen sich auch erpressen – gibt es sogar regelmäßig Bares.
(Cluster: nd02 - Sprache: de)