A Vampyre Story - Test 
Altbacken und stolz drauf!
Große Leistungen, Teil drei: Das Erinnerungsfeature – und nicht zuletzt auch das Interaktionskreuz - ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen „Sammel alles ein, egal wo du es dir hinsteckst“ anderer Genrevertreter. Größere Gegenstände wie beispielsweise Streitkolben werden daher als bläulich schimmernde Erinnerung in Monas stilechten Inventar-Sarg gepackt und können später ganz normal verwendet werden. Wird das Objekt gebraucht, verwandelt sich Mona flugs in eine Fledermaus, holt das Item ab und benutzt es an der gewünschten Stelle – die Rätseleien liegen daher in Sachen Entfernung nicht gigantisch weit auseinander. Aaaaaber... und gerade das nervt in der ersten Zeit: Ständig werden die immergleichen Lokalitäten des Schlosses Warg als Schauplätze neuer Gegenstände, Ereignisse oder Rätsel ausgekramt. Der Einstieg flutscht somit längst nicht so wie ein x-beliebiger Spruch von Froderick – oder die Grubentür im Folterkeller, nachdem wir ihre Scharniere mit Monas Bodylotion und gepressten öligen Nüssen eingeschmiert haben.

A Vampyre Story kann mit vielen schick gestalteten Hintergründen aufwarten - manche wirken jedoch etwas verwaschen.

Die Knobeleien sind zuweilen genauso skurril wie im genialen Disworld 2 - allerdings auch dementsprechend fordernd.
Um es mit den Worten eines Leo Tolstoi zu formulieren: „Alles nimmt ein gutes Ende, für den, der warten kann.“ Und so auch in A Vampyre Story, das abseits der Burgmauern mit weiß Gott besseren Orten punkten kann. Glücklicherweise ist eine derartige Differenzierung beim Rätseldesign überflüssig – denn das punktet sowohl innerhalb als auch außerhalb von Warg. Statt aber auf integrierte Komplettlösungen á la Goin Downtown oder Teillösungen zu setzen, könnt Ihr Euch hier lediglich auf eine Hotspot-Anzeige verlassen, die alle mehr oder minder relevanten Stellen des Bildschirms mit einem Fledermaus-Symbol markiert.
Abgesehen von diesem kleinen Schnickschnack steht also echtes Old School-Rätselraten auf der draxylvanischen Speisekarte. Alte Schule wird auch in Sachen Optik präsentiert: Vor allem die detaillierten, aber teils etwas verwaschen wirkenden Hintergründe zaubern ein nettes Comic-Ambiente auf den heimischen Bildschirm. Merkwürdig sind nur einige Animationen ausgefallen, bei denen Hände Objekte nicht richtig greifen und diese in der Luft zu hängen scheinen. Die deutsche Sprachausgabe ist hingegen über jeden Zweifel erhaben – beispielsweise sind die Komiker Tetje Mierendorf als Froderick und Hennes Bender als Shrowdy zu hören.






















