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007 Nightfire - Test PC


Eurocom knüpft da an, wo die Entwickler bei ihrem letzten Bond-Titel „Die Welt ist nicht genug“ aufgehört hatten. Im Gegensatz zu früheren Abenteuern des Geheimagenten setzte man damals nicht auf einen reinrassigen Egoshooter, sondern präsentierte einen halbwegs gelungenen Mix aus FPS-Abschnitten und Rennlevels, in denen man sich an das Steuer eines von Bonds geheimer Automobile schwingen durfte. Diese Rezeptur haben die Entwickler auch bei Nightfire realisiert, das somit ebenfalls ein genreübergreifendes Gameplay aufweist.



Deine Aufgabe: Rette die Welt



Storymäßig hat man sich wie so oft eine Geschichte einfallen lassen, die bestens in das Universum eines britischen Geheimagenten passt. Der Vorsitzende eines bisher unscheinbaren Industriekonzerns namens Phönix Corporation besitzt die Steuereinheit von selbst geschaffenen Nuklearraketen, die er nun dazu einsetzen will, um die Welt nach seinem eigenen Ermessen zu verändern. Natürlich steht es für unseren Helden außer Frage, das Vereinigte Königreich vor dem skrupellosen Geschäftsmanns Drake zu schützen und dessen irrsinnige Pläne zu durchkreuzen. Auf seiner Mission trifft Bond auf allerlei exotische Schauplätze, die von der Thematik her einiges an Vielfalt zu bieten haben. So beginnt er sein Abenteuer in den verschneiten Bergen der Schweizer Alpen, um sich schließlich über Umwege durch die sonnige Karibik und das mystische Japan bis in das weite All zu kämpfen, wo der finale Showdown mit Drake stattfinden wird. Von den insgesamt 12 Levels sind fünf die bereits angesprochenen Rennlevels, bei denen man sich in einen hochtechnologischen Wagen schwingen darf, um sich mit Raketen und Maschinenpistolen gegen attackierende Autos und Geschütztürme zur Wehr zu setzen. Das Gameplay erinnert dabei stark an den Titel Spyhunter, welchen manch einer vielleicht von der Playstation 2 her kennen mag. Leider wirken diese Levels nicht so sorgfältig poliert und können inhaltlich nicht an die Qualität der Ego-Shooter-Abschnitte heranreichen. Dies mag nicht zuletzt auch etwas an der eingeschränkten Handlungsfreiheit dieser Aufgaben liegen, da man außer beschleunigen und Waffen abfeuern wenig gegen das feindliche Bollwerk anrichten kann.



Wesentlich besser präsentieren sich hingegen die restlichen Levels, da man sich dort so richtig in die Rolle von James Bond hineinversetzen kann. Neben dem üblichen Waffenarsenal stehen Bond natürlich auch viele Gadgets zur Verfügung, welche der findige Erfinder Q speziell für seinen Schützling erfunden hat. Neben dem allseits bekannten Uhrenlaser oder einer Infrarotbrille stehen dem Spieler jede Menge exotischer Hilfsmittel zu Hand, so dass man das Agentendasein bestens auskosten kann.



Genieße das Agentendasein



Spielerisch wurden die verschiedenen FPS-Abschnitte sehr gut gelöst und versprechen einiges an Abwechslung. Dabei hat man immer die Wahl zwischen mehreren Vorgehensweisen, auch wenn der Weg unseres Geheimagenten durch die Levels meistens doch ziemlich linear abläuft. Allerdings hat man die freie Wahl, ob man die Gegner durch reine Waffengewalt um die Strecke bringt, oder sich lieber durch spannende Schleich- und Verstecktaktiken und den Einsatz seiner Hilfsmittel seinen Weg unerkannt durch die Gebiete bahnt, so wie es sich eigentlich für einen richtigen Geheimagenten gehört. Durch dieses lautlose Vorgehen und durch Ausführung hinterlistiger Aktionen kann der Spieler zudem Sonderpunkte erlangen, die sich nach Abschluss des Levels positiv auf die Spielbilanz auswirkt. Je nach Punktzahl erhält man eine Medaille, mit deren Hilfe man zusätzliche Boni für den Mehrspielermodus freischalten kann. Ein solches Bewertungssystem ist bereits von anderen Spielen her bekannt, kann durch seine hohe Vielfalt an Belohnungen aber die Langzeitmotivation in die Höhe treiben, was auch dringend von Nöten ist. Denn trotz drei unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade werden gestandene Geheimagenten ziemlich schnell den Endkampf mit Drake erleben, was nicht zuletzt an der verhältnismäßig geringen Anzahl an Levels liegt. Diese sind zwar in der Regel in mehrere Abschnitte unterteilt, können aber durch geschicktes Vorgehen in wenigen Stunden erfolgreich abgeschlossen werden.



Die Mehrspieleroptionen



Damit es dem Spieler nicht zu schnell langweilig wird, haben die Entwickler einen ausgereiften Multiplayermodus integriert, einen der Hauptaspekte eines modernen Egoshooters. Im Bezug auf Optionsvielfalt wird hier einiges geboten, so gibt es neben den obligatorischen Deathmatch-Variationen auch alternative Spielmodi wie Capture the Flag, Industrional Spionage oder Goldeneye Strike. In insgesamt 8 Levels geht es anschließend hart zur Sache, da die Entwickler neben einer Unterstützung für bis zu vier menschlichen Mitspielern auch eine Möglichkeit bieten, bis zu sechs computergesteuerte und individuell programmierbare Bots in die Arenen zu schicken, was den Adrenalinspiegel natürlich nach oben treibt. Generell wurde der Mehrspielermodus sehr gut gelöst und bietet durch eine Vielzahl an freispielbaren Boni einiges an Langzeitmotivation. Zudem läuft auch bei hohem Spieleraufkommen das Geschehen fast immer bei flüssigen 60fps ab, so dass die Spielgeschwindigkeit nicht zu leiden hat. Als einzig negativer Punkt wäre die geringe Laufgeschwindigkeit der Spielfiguren zu nennen, welche im Verhältnis zum Einzelspielermodus drastisch gesenkt wurde, so dass man sich gelegentlich fragt, ob man denn nicht aus Versehen schleicht.



Technisch top



Grafisch kann Nightfire auf voller Linie überzeugen, auch wenn sich die immer flüssigen Egoshootergebiete qualitätsmäßig etwas von den Rennabschnitten hervorheben. Im Gegensatz zu „The World is not Enough“ wirken sämtliche Levels sehr detailliert und scharf und können sowohl durch eine uneingeschränkte Weitsicht, als auch durch eine beeindruckende Polygonfülle und authentische Texturen begeistern. Zudem wirken die Levels sehr lebendig, so fällt unter anderem vor dem Schloss in den Schweizer Alpen beständig Schnee, was durch eine realistische Gestaltung sehr zu einer authentischen Atmosphäre beiträgt. Gleiches gilt für die Lichteffekte, da diese viel zur wirklichkeitsgetreuen Darstellung beitragen. Ebenfalls zu überzeugen wissen die Gegner unseres Geheimagenten, da sich diese mit Hilfe von Motion-Capturing sehr lebensecht bewegen, eine Fülle an Aktionen beherrschen und sich somit ducken, hinter Wänden verstecken oder sich von einer schützenden Kiste zur nächsten hechten.



James Bond - Feeling pur



Erwähnenswert wäre außerdem die gesamte Präsentation des Spiels, da sich diese von der Gestaltung her nicht vor den millionenschweren Filmproduktionen zu verstecken braucht. Von der ersten Sekunde an fühlt man sich glaubhaft in die Welt von James Bond versetzt, und Kenner der Filme werden das ein oder andere Mal ein Deja-Vu Erlebnis haben. Angefangen bei dem professionellen Intro mit stimmungsvoller Hintergrundmusik, darf man sich im Laufe des Spiels vollkommen als Pierce Brosnan fühlen, da dieser sich in jeder noch so prekären Lage cool verhält und natürlich auch gelegentliche Techtelmechtel mit einer fremden Schönheit sicht nicht entgehen lässt.



Bleibt noch der Sound von Nightfire zu erwähnen, welcher nahtlos an die Qualität der grafischen Präsentation anknüpft. Das Spiel bietet eine wahre Fülle an authentischen Soundeffekten, die während des Spielens geschickt eingesetzt werden und zur ohnehin schon überzeugenden Atmosphäre beitragen. Die Hintergrundmusik klingt sehr gut, und auch die Sprachsamples der Gegner wissen zu gefallen. Sehr positiv ist zudem die Anpassung auf den deutschen Markt, da der Titel komplett lokalisiert wurde und durch professionelle Dialogsprecher auf voller Linie überzeugen kann.
(Cluster: nd03 - Sprache: de)