Frontlines: Fuel of War - Test 

„Die Geschichte wiederholt sich.“ Keiner der Missionstitel von Frontlines: Fuel of War eignet sich angesichts der Lehren, die die Menschheit aus dem Kalten Krieg eigentlich hätte ziehen müssen, für eine Beschreibung der Handlung des Spiels so perfekt wie dieser. Wenn es nach dem Erstlingswerk der Kaos Studios – ehemals Entwickler der überaus erfolgreichen Battlefield 1942-Modifikation Desert Combat – geht, soll die internationale Nachfrage nach Öl diesen Sommer die Menge übertreffen, die von Lieferanten des schwarzen Goldes überhaupt bereitgestellt werden kann. Allzu abwegig ist das ja nicht, dazu reicht bereits ein Blick in die Tageszeitung, die Nachrichten im Fernsehen oder einfach nur die Anzeige an einer Tankstelle Eurer Wahl.
Action am laufenden Band...
In der gar nicht so fiktiven Welt von Frontlines hauen sich daraufhin im Kampf um die begehrte Ressource die westliche Koalition und die sogenannte, russisch-chinesische Rotstern-Allianz die Köpfe ein – und Ihr seid als Westsoldat mittendrin! Und leider nur als Westsoldat, denn eine Rotstern-Kampagne gibt es leider nicht – aber vielleicht würde sich ja ein Addon darum kümmern, wenn sich die Entwickler sich erbarmen würden. Fast Addon-gleich ist folglich auch der Umfang des Einzelspielermodus, der sich in sieben große Missionen aufteilt, die wir auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad in knapp sechs Stunden erfolgreich absolvierten.
Wiederspielwert? Fehlanzeige! Und dennoch zieht die Kampagne einen unweigerlich in ihren Bann. Das fängt bei den gelungenen, teils spannenden, aber nie zu langen Rendersequenzen an und hört bei der eigentlichen Action auf. Frontlines bedient sich dabei eines Kniffs, um wenigstens in den Filmchen immer wieder Sympathiefiguren aufblitzen zu lassen: Während der Sequenzen gibt es echte Charaktere, wie zum Beispiel den embedded journalist oder den Leiter der sogenannten Stray Dogs. In der Mission jedoch tauscht Frontlines: Fuel of War – abgesehen von einer Ausnahme im ersten Auftrag - die vorher gezeigten Personen gegen Klonsoldaten aus – eine Konsequenz die zumindest verhindert, dass man sich um dämliche und unglaubwürdige Eskortierungseinsätze kümmern muss, oder bekannten Gesichtern den virtuellen Arsch freihalten muss, damit diese es ja noch bis zur nächsten Zwischensequenz schaffen – ein Umstand, der zumindest mir gehörig auf den Keks geht, denn was ich will, ist schließlich Action. Babysitterarbeiten kenne ich schließlich zur Genüge von Die Sims.





