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  1. #16
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    Vielen Dank für den Zuspruch =) Solche Kommentare erfreuen das Herz und regt an, noch mehr und immer mehr zu machen ^^ Aktuell hab ich ein grösseres Projekt im Angriff das braucht aber noch Recherche.
    Eine kleinere Sache möchte ich aber schon jetzt anfügen da das keine Recherche in dem Sinne braucht:

    Was sind Wikinger überhaupt?

    Bei dem Wort Wikinger denken viele an behörnte Seeräuber - dass das Unfug ist hab ich am Anfang schon ausführlich erklärt, auch woran das liegt. Im Grunde bezeichnet man die skandinavischen Völker (Gebiet Dänemark, Schweden, Norwegen) mit späteren Eroberungen (Normandie, England, Island, Orkney, Shetland und ein Teil Irlands, sowie Russland und die Varäger Garde in Byzanz und Sizilien, als auch die Faröer Inseln und Grönland) als Wikinger welche im Zeitraum zwischen 793 (Beginn der Wikingerzeit mit dem Überfall auf das Kloster St. Cuthbert in Lindisfarne) und 1066 (Ende der Wikingerzeit mit dem Tod von Harald Hadradr bei der Schlacht um Stamford Bridge) gelebt haben.

    Die Einteilung erscheint recht willkürlich und ist es auch. Mit dem Tod von Hadradr in 1066 waren die Wikinger nicht einfach verschwunden, aber es läutete das Ende ein - nach Hadradrs Niederlage (er war so eine Art König von Norwegen) begannen die Wikinger an sich und ihren Göttern stark zu zweifeln. Kleinere Zweifel an der Stärke der eigenen Götter hatte mans chon durch frühere Niederlagen erfahren, doch dazu gleich mehr. Jedenfalls waren die Wikinger nicht über Nacht verschwunden. Bis 1100 waren jedoch die skandinavischen Länder grossteils Christianisiert, sowie auch die eroberten Gebiete - aus Irland wurden die Wikinger vertrieben wie auch aus England zuvor. Allein in Island, Orkny, Shetland und den Farörer Inseln hielt sich das Heidentum hartnäckig wobei das in Island auch eine Minderheit war.
    Zusammen mit der Christianisierung und der Aufgabe des alten Glaubens, begann die Unterdrückung des Volkes - sie waren keine freien Männer mehr sondern Knechte. So schwangen sich erfolgreiche Heerführer zu christlichen Königen auf deren Anspruch durch Gott unanfechtbar war, anders als im Heidentum als der Anführer dem Volk was bieten musste. Es wurden erstmalig Steuern erhoben (das hätte sich früher kein Wikingerführer getraut, der musste umgekehrt seinen Leuten was zahlen damit die ihm folgen) die Frau verlor ihre Rechte und ihren Status, wie auch die meisten Einwohner. Die kleinen Territorien und Stammestümer wurden zu riesigen Reichen vereint und die wenigen Heiden die es noch gab wurden teilweise verfolgt. Ab ca. 1100 waren die "Wikinger" verschwunden - christianisiert im Norden, ins Reich eingegliedert (Frankreich) oder mit der einheimischen slawischen Bevölkerung vermischt (Russland) bzw. der Griechischen (Byzanz)

    Auch der Beginn war sehr willkürlich gewählt. Überfälle der Norweger und Dänen auf christliche Klöster und Städte gab es schon früher. Warum also ausgerechnet Lindisfarne?
    Weil es weh tat. St. Cuthbert war eines der heiligsten Klöster der Christen, vollgestellt mit heiligen Artefakten. Es war eine Hochburg des Glaubens und einer der 3 heiligsten Orte der damaligen Zeit. (nach Rom und Jerusalem)
    Für moderne Menschen - Terrorismus gab es schon vor dem 11. September bei dem das WTC zerstört wurde. Warum sprechen wir so viel davon erst seit dem Datum? Weil es getroffen hat.
    Das galt auch für die Wikinger. Lindisfarne war ein derber Schlag für die Christenheit und läutete in den Augen der damaligen Bevölkerung die Apocalypse, das jüngste Gericht ein.
    Historiker berichten, dass dem Überfall Seuchen und Hungersnöte vorrausgingen - man sah im Angriff der Wikinger das letzte Zeichen des nahenden Weltunterganges.
    Manche bezeichneten die Wikinger als grausame blutrünstige Dämonen, Andere sahen in ihnen das Werkzeug Gottes, das eine sündige Menschheit von der Erde fegen sollte.
    So oder so, sie waren über Nacht der Schrecken der Christenheit geworden.

    Das versteht man besser wenn man die Gedanken der Christen durchleuchtet - die Christen dachten, die Heiligen würden sie schützen. Man WUSSTE dass die Reliquien von Heiligen (etwa sterbliche Überreste oder Gegenstände der Heiligen wie ein Stück Holz von Jesus Kreuz) vor weltlichen und übernatürlichen Gefahren schützen. Man sagte ihnen auch grosse Heilwirkung nach - Reliquien waren die Rundumversicherung der damaligen Christen und es wurde reger Handel mit gefälschten Reliquien getrieben.
    Jedenfalls war St. Cuthbert wie erwähnt vollgestellt mit Reliquien und die Wikinger konnten nicht nur mühelos eindringen, sie konnten auch alle Mönche umbringen bzw. gefangen nehmen, das Kloster ausrauben und zerstören.
    Das Weltbild der Gläubigen war vernichtet - wie konnte Gott das nur zulassen? Wieso schützen die heiligen Reliquien nicht vor diesen Monstern? Ihr Glaube war erschüttert. Um die Gläubigen nicht zu verlieren und damit die Macht, wurden zahlreiche Geschichten über die unglaubliche Stärke und Kampfkraft der Wikinger verbreitet - nicht zu Unrecht, denn irgendwie schien keine Armee der damaligen Zeit den Wikingern gewachsen zu sein.
    Zudem wies man ihnen dämonische Kräfte zu - immerhin schlugen sie ebenso schnell aus dem nichts zu, wie sie wieder mit reicher Beute darin verschwanden. (Schon damals hatten Wikinger Schiffe mit denen man Flüsse hochfahren konnte und die bis zu 20 Knoten schnell wurden (ca. 40 km/h) - eine unglaubliche Geschwindigkeit für die damalige Zeit.
    Sie liessen sich von Wunden und Schmerz nicht aufhalten, waren herausragende Kämpfer und bestens gerüstet - und sie waren Heiden - die Armee der Hölle, so dachte man.

    Kurzum die Angst vor Wikingern ist vergleichbar mit der Angst vor heutigen Terroristen - keiner wusste wann oder wo sie zuschlagen, jeder musste mit einem Angriff rechnen egal wo in Europa er wohnte. Selbst Regensburg wurde von Wikingern geplündert, wie auch viele andere Städte inmitten des Kontintentes. (entlang des Rheins einige, aber auch Paris und später über die Donau auch andere Städte) Jahrhundertelang sollten die Wikinger Angst und Schrecken verbreiten.

    Aber waren sie wirklich so? Naja, schon aber nur ein kleiner Teil. In Deutschland gibt es auch Mörder und Diebe. Sind deswegen alle Deutschen Mörder und Diebe? Nein. Aber man neigt dazu ein Volk aufgrund einzelner Individuen und deren Taten zu verurteilen. Und so wurde die altnordische Bezeichnung für die Plünderer, die übrigens in ihrer eigenen Gesellschaft als Kriminelle galten, zum Namen für ein ganzes Volk. Wie Unrecht man dem Volk damit tut wird ersichtlich wenn man sich vorstellt, die Deutschen wären Weltweit als "die Nazis" bekannt.
    Die Wikingervölker selbst nannten sich jedenfalls anders. Zumal es DIE Wikinger nie gegeben hat. 2 mal in der Geschichte hätte es beinahe ein Wikingerimperium gegeben das England und die skandinavischen Länder umfasst hätte, aber beide Male starben die Anführer kurz bevor sie ihr Ziel erreichen konnten (Hadradr und Knut (sohn von Sven Gabelbart) der König von England war - durch Eroberung)
    Es waren vielmehr Clangemeinschaften, kleine Stämme und erst spät grössere Verbünde die schon einen grossen Teil von etwa dem heutigen Norwegen umfassten aber noch keine richtigen Königreiche waren. Dänemark trat noch in der Wikingerzeit - um 950 - zum Christentum über und wurde bald Königreich unter Harald Blauzahn. (im englischen Bluetooth, wird übrigens eine Berkana Rune verwendet um die Technologie Bluetooth darzustellen)
    Dennoch hatten diese Gemeinschaften, die auch untereinander Kriege führten, eine gemeinsame Sprache (altnordisch) Religion (Asatru / nordisch) und Kultur, was sie historisch gesehen zu einem Volk macht. Im Grunde waren sie die "Germanen des Mittelalters" - viele Wikingerstämme gab es schon zu Zeiten der Germanen (etwa die Gauten, damals bekannt als die Goten - ein berühmter Germanenstamm) und sie verband mit den Germanen nicht nur die Lebensweise und Architektur, sondern generell die Kultur, die Gesetzgebung, Demokratie (Thing) und Religion. Und zu einem Teil auch die Sprache (Altnordisch entwickelte sich direkt aus dem Protogermanischen über das Protonordische) Sie, anders als die antiken Germanen, liessen sich mit der Konvertierung zum Christentum einfach noch ein paar Jahrhunderte mehr Zeit.

    Und auch hier sollten die Römer recht behalten die schon damals wussten "Der grösste Feind des Germanen, ist ein anderer Germane" bedenkt man welche Völker aus den Germanen hervorgingen (etwa England & Frankreich oder Deutschland & Norwegen) ist das bis in die moderne Zeit so korrekt, dass es direkt weh tut. Oder lustig ist wenn man Sinn für schwarzen Humor hat.

    Die Dämonisierung der Wikinger sorgte für viele Gerüchte und bis heute halten sich Einige davon hartnäckig. Dabei waren die Wikinger im grössten Teil friedliche Handwerker, Bauern und Händler was grosse Handelsstädte wie Haitabu deutlich zeigen. Natürlich gab es auch Krieger und deren Ruhm war gewaltig. Allerdings verdienen auch die Handwerker Hochachtung, denn ihre Kunstfertigkeit wurde lange nach ihnen nicht mehr übertroffen, und die Händler handelten mit Elfenbein aus Walrosszähnen aus Grönland, mit kleinen Buddhastatuen aus China, Gewürzen aus den arabischen Ländern und Waren aus Byzanz, aber auch mit Sklaven aus aller Welt. Ein Netzwerk, das ebenfalls laaange nach ihnen nicht mehr erreicht wurde.

    Stämme:
    Wikinger benannten sich oft nach den Orten an denen sie lebten. So wie es auch heute "Franken" "Bayern" "Berliner" etc. gibt, gab es damals etwa in Norwegen die "Rygialandi", "Halogaland" "Vestfold" in Schweden etwa die "Gautlandi" "Gotland" (Goten), Swethiud (später der "Herrscherstamm" über ganz Schweden daher der Name) und Häme. In Dänemark gab es etwa die "Prusi" die "Obotriten" und die "Danen"
    Am bekanntesten sind heute vermutlich die östlichen Wikinger, die "Rus" nach denen das heutige Rus(s)land benannt ist, was den Namen angeht jedenfalls.
    War also ähnlich aufgebaut wie im antiken Germanien das ja nicht aus "DEN" Germanen bestand sondern etwa den Sueben, den Markomannen, den Sachsen, den Friesen, Teutonen etc.
    Dennoch waren die Unterschiede eher gering, war doch wie gesagt Sprache, Kultur, Religion, Architektur etc. nahezu gleich. Dennoch wäre etwa ein Franke beleidigt wenn man ihn als Bayer bezeichnet obwohl die Unterschiede für Aussenstehende nur schwer zu erkennen sind.
    Geändert von Estar_Odinson (23.11.2012 um 16:09 Uhr)

  2. #17
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    Eine kleine Zeittafel mit den wichtigsten Eckdaten:

    790: Erste dokumentierte Wikingerüberfälle in Europa (Kontinent), erste Überfälle auf Irland und Schottland
    793: Wikingerüberfall auf das Kloster St. Cuthbert auf der Insel Lindisfarne
    799: Überfälle auf Frankreich
    800: Krönung von Karl dem Grossen
    800: Godfred von Dänemark gerät in Konflikt mit Karl und beginnt Haitabu zur Stadt auszubauen, sowie die Verteidigungsanlagen des Danewerkes zu erweitern. (Die "Deutschen" hatten Dänemark früher angegriffen)
    Um 800: Das ältere germanische Futhark wird durch das jüngere 16er Futhark abgelöst.
    810: Godfred stirbt, vermutlich ermordet.
    820: Erste Missionierungsreisen durch Ansgar nach Dänemark und Schweden.
    825: Erste Münzprägung der Dänen in Haitabu
    830: Die Wikingerüberfälle auf England und Frankreich nehmen zu.
    834-837: Andauernde Überfälle auf Dorestadt
    840: Erste Überwinterung der Wikinger in Frankreich, Errichtung eines befestigten Wikingerlagers.
    840 - 870: Halfdan der Schwarze regiert in Norwegen.
    841: "Gründung" und Ausbau von Dublin durch die Wikinger (Olaf der Weisse)
    844: Überfälle durch Wikinger auf Spanien
    845: Hamburg und Paris werden geplündert. Paris zahlt das erste "Danegeld" (Lösegeld - anstatt ausgeraubt zu werden, zahlt man Tribut damit die Wikinger friedlich abziehen)
    850: Ansgar der Missionar bekommt die Erlaubnis Kirchen in Haitabu und Ribe zu bauen. Er reist nach Birka.
    850: Erstes Winterlager der Wikinger in England
    857: Wikinger plündern Paris
    859-862: Wikingerexpedition nach Spanien und in das westliche Mittelmeer
    860: Besiedelung der Faröererinseln durch Wikinger, Gründung von Nowgorod und Kiev durch Wikinger (Rus)
    861: Und wieder wird Paris geplündert.
    862: Rjurik, ein Wikinger wird Herrscher von Nowgorod
    866: Das erste grosse Wikingerheer landet in England
    867: Dänen erobern York
    870: Die Wikinger töten König Edmund von Eastanglia. Sie errichten das Jarltum Orkney
    870-930: Wikinger besiedeln Island
    870-940: Harald Schönhaar König von Norwegen
    871-899: Alfred der Grosse ist König von Wessex
    873-874: Wikinger überwintern in Derbyshire
    876-879: Erste Dauersiedlungen der Wikinger in England werden erbaut.
    878: Schlacht von Edington und Vertrag von Wedmore und damit Teilung Englands. (Daneland)
    880: Harald Schönhaar versucht Norwegen zu vereinen
    882: Nowgorod und Kiev werden zu einem Reich vereint
    886: Und wieder wird Paris geplündert.
    ca. 890: Grosse Seeschlacht von Hafrsfjord in Norwegen. Olaf der Schwede regiert Dänemark und Schweden.
    902-954: Die Engländer erobern das Daneland zurück und vertreiben fürs erste die Wikinger.
    911: Rollo, ein Wikingerfürst, erobert und begründet die Normandie in Frankreich.
    912: Wikinger als Piraten im kaspischen Meer
    914: Wikinger erobern die Bretagne
    917: Dublin wird von Wikingern "neu" gegründet und ausgebaut
    922: Ibn Fadlan, arabischer Historiker, besucht die Rus an der Volga und berichtet über sie.
    926-933: Die Normandie wird erweitert
    930: Die Wikinger werden aus der Bretagne rausgeschmissen.
    930: Das erste isländische Allthing tagt.
    934-960: Hakon der Gute von Norwegen versucht vergeblich sein Land zu bekehren.
    937: Schlacht von Brunanburh, England
    954: Erik Blutaxt wird aus York vertrieben und in der Schlacht von Stainmore getötet
    958: Harald Blauzahn wird König von Dänemark
    960: Taufe von Harald Blauzahn
    964: Olaf Tryggvason wird König von Norwegen
    968: Das Danewerk wird erneut verstärkt
    980: Errichtung der dänischen Ringburgen
    980: Erneute dänische Angriffe auf England; Schlacht von Tara, Irland
    981: Christianisierung von Russland,
    981: Gründung der Warägergarde in Byzanz
    985: Erik der Rote entdeckt Grönland und siedelt dort.
    985-1014: Sigurd der Dicke wird Jarl von Orkney
    987-1014: Sven Gabelbart König von Dänemark
    991: Schlacht von Maldon
    995-1022: Olaf Skötkonung König von Schweden. Schweden tritt zum Christentum über, das Bistum Skara wird errichtet.
    995: Olaf Tryggvason vereint Norwegen
    1000: Seeschlacht von Svolder und Tod Olaf Tryggvasons
    Ca. um 1000: Entdeckung von Neufundland durch Leif Erikson, Siedlung in Vinland. Island wird christianisiert.
    1002: König Ethelred befiehlt das Massaker der Dänen in England
    1014: Dänische Eroberung Englands durch Sven Gabelbart. Brian Boru besiegt die Wikinger in Irland in der Schlacht von Clontarf.
    1014-1065: Thorfinn der Mächtige ist Jarl von Orkney
    1016-1035: Knut der Große, Sohn von Gabelbart ist König von England und Dänemark
    1027: Erste Steinkirche in Skandinavien wird errichtet, in Roskilde, Dänemark
    1028: Knut unterstützt den Widerstand gegen König Olaf Haraldsson von Norwegen
    1030: Schlacht von Stiklestad und Tod Olaf Haraldssons. Auch bekannt als Olaf der Heilige
    1042: Tod König Knuts von England
    1042-1047: Magnus vereinigt Norwegen und Dänemark
    1047-1066: Harald Hardradr ist König von Norwegen
    1056: Errichtung von Islands erstem Bischofssitz in Skalholt
    1066: Haitabu wird durch die Slawen zerstört. Wikinger erobern Gebiete in Nordengland. König Harald Hadradr stirbt in der Schlacht von Stamford. Schlacht um Hastings - der Wikingernachfahre William der Eroberer erobert England.
    1066-1093: Olaf Kyrri König von Norwegen
    1066-1087: Wilhelm der Eroberer König von England
    1069: Eine dänische Flotte versucht England zu erobern, scheitert jedoch.
    1079: König Godfred Crovan von Man siegt in der Schlacht von Skyhill
    1086: Tod König Knuts von Dänemark, auch bekannt als Knut der Heilige.
    1091: Eroberung Siziliens durch die Wikinger
    1096-1103: Erik Ejegod König von Dänemark
    1096-1099: 1. Kreuzzug
    1103: König Magnus Barfuß von Norwegen wird auf einer Expedition nach Irland getötet. Irland jagt die Wikinger aus dem Land.
    1125: Errichtung eines grönländischen Bistums in Gardar

    Irgendwann um 1200 verschwindet die Kolonie in Grönland - wurde vermutlich wegen drastischer Temperaturabfälle aufgegeben.
    Geändert von Estar_Odinson (23.11.2012 um 16:26 Uhr)

  3. #18
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    Hallo Estar_Odinson,

    sehr reichhaltige und interessante Informationen. Mach weiter so, also bitte mehr davon.

    Gruß,
    Mr. Bubbles

  4. #19
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    Zeittafel erweitert. Kommen wir zu einer Vorher und nachher Tafel mit relevanten Ereignissen für die Wikinger:

    Prähistorische Zeit (4000 - 200 v.Chr.)
    4000: Migration der Indogermanen nach Europa beginnt.
    1500: Beginn der Bronzezeit in Skandinavien
    1000: Die ersten germanischen Stämme entwickeln eine gemeinsame Sprache (Protogermanisch) eine gemeinsame Kultur und Religion die sich deutlich von der Umgebung (Monolithkulturen, Kelten) unterscheidet. Sie siedeln im skandinavischen und Deutschen, polnischen Raum.
    500: Eisenzeit in Skandinavien beginnt
    500 - 200: Blüte der Kelten im Grossteil Europas.
    Um 250: Vermutliche Entwicklung der Runen (älteste Funde der Runenschrift)
    200: Ostgermanische Stämme (Goten, Burgunder und Kleinere) verlassen Skandinavien und siedeln im Osteuropäischen Raum (Polen, Ungarn bis ans schwarze Meer)
    Westgermanische Stämme wandern nach Südwesten und besiedeln den heutigen Deutschen Raum bis an den Rhein und verdrängen (eher verjagen) die dort lebenden Kelten (die fliehen nach Frankreich)
    ca. 200: Die Protogermanische Sprache beginnt sich in Westgermanisch ( Ingvaenoisch, Irmionisch und istvaenoisch, heute Deutsch, Englisch) Nordgermanisch (später Protonordisch, Altnordisch, heute Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Isländisch) und Ostgermanisch (Gotisch, Burgundisch - heute keine überlebende Sprache) aufzuteilen.

    Römische Periode:
    um 150 v. Chr: Erste Begegnungen zwischen Römern und Germanen gefolgt von ersten Kampfhandlungen. Die Römer ziehen sich zurück.
    9 NACH Christus: Arminius besiegt die Römer im Teutoburger Wald. Die Germanen etablieren sich als Schrecken der Römer. Seither keine grösseren Versuche oder Erfolge seitens der Römer gegen die Germanen.
    98 n. Chr: Tacitus schreibt die Germania - das erste Werk das sich genauer mit den germanischen Stämmen befasst, die vorher (etwa bei Cäsar) nur grob als "die Germanen" bezeichnet werden. Zuweisung von Stammesgebieten (früher nur als Germania Magna bekannt) und erste Beschreibungen von Religion, Kult und Lebensweise der Germanen. Später schreibt Plinius mehr dazu.

    Völkerwanderung:
    325 n. Chr. Die Goten werden ein mächtiger Stamm und konvertieren bis 400 zum Christentum. Bischof Wulfila schreibt eine Bibel - das einzige Stück geschriebenen Gotisch das wir kennen.
    378: Die Goten besiegen die Römer in mehreren Schlachten
    407: Ein Bund verschiedener germanischer Stämme überquert den Rhein und vertreibt die Römer
    410: Die Westgoten erobern Rom
    436: Die Hunnen, verbündet mit Ostrom und in deren Auftrag, überrennen die Burgunder und löschen den Stamm aus (in der Zeit und Gegend spielt die Nibelungensaga)
    449: Die Angeln und Sachsen erobern England. Die keltische und römische Bevölkerung wird in den hohen Norden (Schottland) verjagt. Beginn des "angelsächsischen" Volkes.
    450: Die Angelsachsen entwickeln, um ihrem Dialekt gerecht zu werden (der sich langsam mit walisischen Einflüssen vermischt) das angelsächsische Fudork mit 33 Runen
    493 - 526: König Theoderich regiert in Rom. Die Vandalen erobern Spanien und Nordafrika bis Tunis.
    um 500: Allemannen siedeln in Deutschland und Frankreich. Die Bajuvaren entstehen (Bayern)
    500 - 530: Der historische Beowulf betritt und erfreut die Weltgeschichte
    659: Penda, der letzte germanische König Englands, stirbt im Kampf. England wird christianisiert.
    697: Die Friesen setzen sich erfolgreich einem Bekehrungsversuch der Christen entgegen
    ca. 700: Protonordisch wird zu Altnordisch
    ca. 737: Errichtung des Danewerks (Schutz gegen die mittlerweile christlichen "Germanen" im Süden die öfter versuchen Dänemark mit Gewalt zu bekehren)
    772: Die noch heidnischen Sachsen werden ausgerottet

    Nach der Wikingerzeit...
    1117: Grágás, die erste schriftliche Gesetzgebung Islands, wird verfasst
    1122: Thorgilsson schreibt die Islendingabok
    1175: Die erste Version des Nibelungenliedes wird geschrieben
    1220: Snorri Sturluson schreibt die Edda
    1225: Snorri Sturluson schreibt die Heimskringla
    um 1300: Die Isländersagen werden geschrieben, sowie Andere.
    Geändert von Estar_Odinson (23.11.2012 um 18:11 Uhr)

  5. #20
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    Freut mich wenns gefällt.

    Beleuchten wir die Geschichte doch ein wenig...

    Wikinger in Amerika:
    Wie in der Zeittafel zu ersehen, haben die Wikinger ca. 500 Jahre vor Kolumbus bereits Amerika entdeckt und dort gesiedelt. Die Siedlung in Grönland führte zu Kontakt und regem Handel mit den Inuit (auch bekannt als Eskimo - ist aber ein Schimpfwort) Die Wikinger tauschen Felle, Stosszähne und manche Geräte gegen Messer, Äxte und Schwerter. Die Kulturen bereichern einander und es folgt eine Zeit friedlicher Koexistenz bis die Kolonie in Grönland, nach der Christianisierung, um ca. 1200 einfach verschwindet. Historiker vermuten anhand geologischer Daten, dass ein rapider Temperaturabfall die Lebensbedingungen derart verschlechterte, dass die Kolonie aufgegeben wurde.
    Eine Wikingersiedlung wurde in Neufundland errichtet. Über ihr genaues Schicksal ist nicht viel bekannt. Vermutlich wurde Neufundland von Indianern angegriffen und die Wikinger zogen sich zurück.
    Eine weitere Siedlung der Wikinger befand sich in Vinland (heute New York) und berichtet von Skraelingern (Schwächlingen) - die Wikingerbezeichnung für die eher schmal gebauten Indianer (Ureinwohner Amerikas)
    Es gibt schriftliche Berichte - Graenlendinga Saga, die einen "unerklärlichen" und massiven Angriff der Skraelinger auf die Wikinger aufzeichnen. Erst wurde friedlicher Handel getrieben und man tauschte, wie bei den Innuit, Waffen, Glasperlen und Lebensmittel gegen Felle.
    Laut Saga tauschten die Indianer Felle gegen Milch. Historiker vermuten, dass durch eine genetisch bedingte Laktoseintolleranz der Indianer, Vergiftungserscheinungen auftraten und sie erkrankten. Die Indianer sahen das vermutlich als einen feindseligen Akt (Vergiftung) und griffen die vermeintlichen Attentäter an. Jedenfalls wurde die Wikingersiedlung in Vinland von den Indianern zerstört und die Wikinger flohen erst nach Neufundland, später nach Grönland.
    Man nimmt jedoch an, dass die Wikinger in Grönland bis zu deren Verschwinden Holz aus Neufundland geholt haben, bedingt durch einen Holzmangel in Grönland.

    Wikinger in England:
    Bevor die Wikinger als Eroberer kamen, waren sie bereits in England. Zuallererst siedelten sie friedlich und Coexistierten als "Heiden" lange Zeit friedlich neben den christlichen Engländern. Sie trieben regen Handel miteinander und gründeten viele Dörfer (Endungen auf "by" sind ein Zeichen dafür, dass eine Siedlung von Wikingern gegründet wurde. By bedeutet soviel wie Hof, Gehöft)
    Später wurden die Wikinger im Auftrag des englischen Königs brutal niedergemetzelt. Angeblich soll die Schwester des damaligen dänischen Königs unter den Opfern gewesen sein. Als Antwort kam eine grosse Wikingerflotte nach England und eroberte fast die gesamte Insel - nur im Südosten Englands blieb, durch einen Friedensvertrag der den Wikingern ihr erobertes Land liess (fortan "Danelaw" oder Daneland) und ihr Anführer zum König Englands ausgerufen wurde. Später wurden sie jedoch wieder vertrieben.

    Im Norden (Schottland) siedelten die Wikinger friedlich an den Küsten und trieben regen Fischfang. Es gab zwar kriegerische Handlungen mit den dort Ansässigen (eher Inland) Pikten, doch im grossen und Ganzen gab es auch hier eine friedliche Koexistenz.
    Man vermutet, dass die Pikten auf Dauer von den Wikingern "absorbiert" wurden. Es gibt eingie Hinweise darauf, dass die Wikinger sich piktische Frauen nahmen und ihre Kultur über die Jahre dominant wurde. Piktische Einflüsse wurden zwar deutlich übernommen (etwa in der Kunst oder Unterkellerung der Langhäuser) aber schliesslich verschwanden die Pikten so wie die keltische Kultur und gingen in den Wikingern auf. Aus ihren Erben wurden die heutigen Schotten.

    1066:
    Ein ganz besonderes Jahr in der Weltgeschichte die den Lauf selbiger in Europa verändert hat. Es war das Jahr in dem die Wikinger als auch die Engländer gewisserweise Untergingen und die Feindschaft mit den Franzosen ihren Anfang nahm. Noch heute sind die Engländer den Franzosen deswegen sauer, dabei war William streng genommen Wikinger...was ist da alles passiert?

    Es begann vermutlich schon im Jahre 1002 als König Ethelred die dänischen Heiden in England massakrieren liess...1014 rächte sich Sven Gabelbart mit einer grossen Invasion Englands die fast die ganze Insel unter seine Herrschaft brachte. Sein Sohn Knut wurde schliesslich offiziell zum König Englands gekrönt. Schliesslich wurden die Wikinger wieder vertrieben.
    Ein späterer König Englands, Eduard der Bekenner, schloss Verträge mit der Normandie und den Herrschern der Wikinger (genauer Dänen und Norwegern) um seine Thronfolge - er versprach, allen 3en, die Krone von England, wenn sie bis zu seinem Tode England in Ruhe liessen und nicht angreiffen würden.
    Mit seinem Tod begann der Ärger...der Englische Witan (quasi Adel) wählte ihren erfolgreichsten Heerführer Harold Godwinson (dem Namen nach ein Wikingernachfahr) zum König von England. Das hat natürlich den anderen "Thronerben" nicht gefallen. Während die Dänen nichts unernahmen, beschlossen Harald Hadradr von Norwegen und William der Eroberer von der Normandie, sich mit Gewalt zu nehmen was ihnen versprochen worden war.

    Hadradr hatte gute Karten - immerhin war er ein erfolgreicher und erfahrener Feldherr der bereits Norwegen durch einen Bürgerkrieg erobert hatte, der eine umfassende militärische Ausbildung als offizier der Waräger Garde in Byzanz erfahren hatte und die Wikinger waren die bestausgebildeten und bestausgerüstetsten Krieger der Zeit, obendrein war er quasi von königlichem Blut (Sein Grossvater Knut war bereits einmal rechtmässiger Herrscher von England) und hatte daher Thronanspruch und obendrein wurde er von Tostig Godwinson, Harolds Bruder, fleissig unterstützt.

    Aber auch William hatte ordentlich was aufzubieten - er war ein äusserst gefürchteter Mann und weithin bekannt als militärisches Genie der auch gegen grosse Übermächte Siegreich war. Zudem hatte er eine grosse Armee aufzubieten (angeblich 12000 Mann) und war so berühmt, dass der König Frankreichs ihm alles zugestanden hat was er wollte. (Das mag aber auch daran liegen, dass der König angeblich in seiner Kindheit erzogen wurde mit Sprüchen wie "wenn du dich nicht benimmst, kommt William der Bastard dich holen"
    - Dazu muss man Wissen, dass William oft als "mit dem Teufel im Bunde" gesehen wurde, da William der Bastard (später der Eroberer) dafür berühmt war, schon als Kleinkind durch immenses Glück Mordanschläge überlebt zu haben. Er war als uneheliches Kind und Erbe von Rolo, der Wikiner der die Normandie eroberte, vielen ein Dorn im Auge die das Fürstentum lieber gehabt hätten.
    Jedenfalls war William aufgrund seiner brutalen Härte äusserst unbeliebt und ein sehr unsympathischer Charakter, kein Wunder, dass die Engländer ihn nicht wollten.
    William hatte zwar keine Unterstützung in der Familie Harolds, hatte sich aber die päpstliche Erlaubnis geholt, sein Recht durchzusetzen. Er hatte also die Legitimation der Kirche hinter sich. Und der König von Frankreich war vermutlich sehr froh, dass William Lönig Englands werden wollte, dann war der Alptraum über dem Meer, weit weg

    Aber auch Harold hatte gute Karten - er hatte sich als genialer Feldherr bewiesen und war der mächtigste Mann im Witan. Keiner focht sein Wort an, als er behauptete der König hätte ihn mit seinen letzten Worten zum Nachfolger ernannt. Und letztlich war den Engländern ein Inländer vermutlich lieber als ein brutaler Wikinger oder ein sadistischer Franzose.

    1066 war ein Jahr von 3 gewaltigen Schlachten in denen die 3 genialsten Strategen ihrer Zeit zusammentrafen, mit gewaltigen Heeren...

    Das Unglück begann damit, dass Harold von den Plänen Williams, England anzugreifen, Wind bekam und sich entschloss den Fyrd - also die freien Männer - zusammenzurufen und eine Armee aufzustellen welche die Küste im Süden sichern sollte. Denn er wusste, war William ersteinmal sicher an Land, konnte er ihn nicht mehr aufhalten.
    Zu Harolds grossem Pech, hatte Hadradr aber auch die Krone zum Ziel und fiel mit ca. 6000 Wikingern (angeblich 100 Schiffen - ein Schiff hat zwischen 40 und 80 Mann) in Nordengland ein.
    Anmerkung: Die Zahlenangaben der Chronisten darf man STARK anzweifeln und als übertrieben betrachten. Die Verhältnismässigkeit dürfte aber richtig sein.

    Die ersten Schlachten gegen die Earls von Nordengland waren schnell, blutig und leicht gewonnen. In der Schlacht von Fulford wurden die Engländer vernichtend geschlagen und verloren fast ihre ganze Streitmacht im Norden.
    Hadradr fegte in kürzester Zeit durch das Land. Der Widerstand wurde so schnell niedergemacht, dass seine Männer in Gewaltmärschen durch das Land reisten und ohne Rüstungen umherzogen da diese das Vorankommen verlangsamt hätten.
    Durch die grossen Erfolge angespornt, beschloss er, seine Armee zu teilen. 1/3 sollte die Schiffe bewachen, 1/3 im Norden weiterkämpfen und 1/3 im Süden.
    Ein, wie sich erweisen sollte, vernichtender Fehler.

    Aber auch Harold machte einen fatalen Fehler - er entschied sich, seine Truppen von der Südküste abzuziehen und in einem Gewaltmarsch den Wikingerinvasoren im Norden zu begegnen. Er wählte den Feind der schon da war vor dem Feind,d er vielleicht nicht kommen würde.

    In der Schlacht von Stamford krachten dann die gewaltigen Armeen zusammen. Die angeblich 12.000 Mann von Harold gegen die ca. 2000 Wikinger in Stamford. Der Angriff von Harolds Armee kam so überraschend, dass, so sagt die Legende, der Nachtangriff die Wikinger zwang ohne Rüstung zu kämpfen. Deutlich in der Unterzahl, ritten sofort Boten los um die verstreuten Armeeteile zu Hilfe zu rufen, doch diese waren weit entfernt.
    Die Wikinger beschlossen an der Stamford Brücke auszuharren wo die Übermacht des Feindes keine entscheidenden Vorteile bot. Die Legende sagt ein einziger Wikinger hätte die Brücke gehalten und 50 englische Krieger erschlagen bevor er durch Hinterlist (einen Angriff von unten) den tod fand.
    Als die Brücke gefallen war, strömten die Engländer auf die Wikinger ein, die stark in der Unterzahl und schlecht ausgerüstet waren.
    Als die Verstärkung - die restlichen 2/3 der Wikingerarmee - eintraf, waren ihre Brüder schon gefallen. Harold erledigte die völlig erschöpften Neuankömmlinge. Hadradr starb in der Schlacht, angeblich durch einen Pfeil der seinen Hals durchbohrte.

    Doch es war nicht vorrüber. Kaum hatte Harold seinen Sieg bei Stamford begossen, kam die Schreckensnachricht: Ganze 2 Monate früher als üblich, hatte der Südwind eingesetzt und erlaubte William überzusetzen. Die Engländer rasten nach Süden doch William hatte bis zu deren Aknunft bereits in aller Ruhe seine Armee an Land gebracht.
    Es folgte die entscheidende Schlacht von Hastings in der ca. 12.000 Normannen gegen die verbliebenen ca. 8000 Engländer standen...
    Die genaue Taktiken besprech ich jetzt nicht aber das Ende vom Lied war, dass die Engländer vernichtend geschlagen, Godwinson getötet und William König wurde.

    Moderne Historiker gehen jedoch davon aus, dass die Chronisten, wie damals üblich, die Zahlen ziemlich aufgebauscht haben. Ein Mensch verliert recht schnell den Blick für Zahlen wenns in die 1000 geht - ob da 1000 oder 10.000 stehen, den Unterschied sieht man kaum noch.
    Zudem hatte Hadradr ja nach Wikingerart seine Leute bezahlen müssen, waren also wenn man so will Söldner - da fragt man sich was der sich leisten konnte.
    Der englische Fyrd hatte in Nordengland schon alle Leute verloren und im Süden kamen da vermutlich nur noch so um die 5000 zusammen und William hatte im Grunde nur die Normandie und Hilfe aus Flandern. Da ist 12.000 auch etwas hoch gegriffen.
    Episch war die Schlacht allerdings mit Sicherheit
    Geändert von Estar_Odinson (23.11.2012 um 20:08 Uhr)

  6. #21
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    Ende der Wikinger:

    Im Grunde war es ein schleichendes Ende, das mit der Christianisierung Dänemarks um ca. 950 begann. Immer mehr Wikinger zweifelten an ihren Göttern, immer öfter wurden sie von schlechten Ernten, Hunger und Niederlagen gebeutelt und immer öfter schienen die Christen zu erstarken.
    Die Toleranz der Wikinger wurde ihr Untergang - die Christen durften immer schon friedlich unter den Wikingern leben und so wurden viele Kirchen errichtet, was die Konvertierung deutlich beschleunigte.
    Als dann Schweden, Grönland und Island zum Christentum übertragen, verblieb nur noch Norwegen eine "Bastion" des Heidentums, war Rusland doch schon zum orthodoxen Christentum übergetreten.
    Harald Hadradr, der "letzte Wikingerkönig" und Heide, starb schliesslich in der Schlacht von Stamford. Sein Nachfolger, ein Christ, konnte schliesslich auch Norwegen bekehren, wodurch es keinen Staat mehr gab, der offiziell dem Heidentum angehörte.
    Man darf zwar nicht glauben, dass der heidnische Glaube einfach ausgestorben ist - der hielt sich in einigen Regionen bis ins 17. Jdh hinein - aber die Zahl der Christen überwog.
    So wurde auch die Kultur umgestellt, die Hierarchie - die Frauen verloren ihre Rechte und das Feudalsystem wurde eingeführt. Die Kirche bemühte sich fleissig den alten Glauben lächerlich zu machen oder zu verbieten und ab ca. 1100 kann man sagen, dass die Mehrheit der ehemaligen Wikinger nicht mehr wie Solche lebten - frei und unabhängig sondern als Knechte eines Königs.

    Warum wollten die Könige das eigentlich? Menschlich gesehen nur logisch - ein Herrscher, dessen Legitimation von Gott kommt und über den Anderen steht, hat viel Macht, Einfluss und Reichtum und wenig Arbeit. Ein Herrscher dagegen, der nur herrscht solange er seine Untertanen bei Laune halten kann, muss ständig zeigen dass er der beste Anführer ist, sonst verliert er schnell seine Macht. Freie Männer lassen sich eben schlecht regieren. Es war also - übrigens schon im antiken Rom - eine ganz pragmatische Überlegung der Herrscher, dass das Christentum ihre Untertanen gefügiger machen würde. Das Christentum war ein politisches Machtmittel - um den Glauben ging es nur ganz wenigen.

    Interessanter ist, WIE die Wikinger bekehrt wurden. Im Grunde sehr ähnlich wie die Germanen vor ihnen - Demonstrationen von Macht, Versprechungen und Frauen.

    Wie schon bei den Germanen mit Ostrom, machten die christlichen Reiche des Mittelalters den Herrschern der Wikinger sehr attraktive Angebote und Zugeständnisse, sollten sie ihre Völker christianisieren und damit von unnützen Wilden die deren Reiche bedrohten, in Brüder verwandeln die etwa im heiligen Land kämpfen konnten. Sie boten nebst Waffenstillständen auch Ländereien und Geld. Sehr verführerisch für Viele. Es war eben reine Politik - zumal die Herrscher ein christliches Volk auch beherrschen konnten. Ein Volk freier Männer war schwer regierbar, da die keine Befehle befolgten und keine Steuern zahlten.

    Interessanter ist jedoch die Warte der Machtdemonstration. Wer kennt nicht den Satz "In diesem Zeichen wirst du siegen!" mit der Konstantin sich bekehren liess?
    Er überzeugte damals seine römischen Landsleute von der Macht des Christengottes und liess ihre Religion zur Staatsreligion machen. Militärische Macht und Siege entgegen aller Wahrscheinlichkeit waren eben sehr bekehrend.
    Auch die Germanen wurden durch Machtdemonstrationen bekehrt - so wurden ihre heiligen Eichen gefällt und die Christen wurden nicht von Blitzen erschlagen. Was war los? ordnete sich Thor dem Christengott unter? Das vermutete man jedenfalls und germanische Kriegsherren die unter dem Kreuz zogen schienen irgendwie viel erfolgreicher zu sein...waren die Götter eingeschlafen?

    Auch bei den Wikingern lief es ähnlich ab. Abgesehen davon, dass von göttlicher Seite ungestraft heidnische Tempel und heilige Bäume vernichtet wurden, waren die Christen im letzten Jhd. der Wikingerzeit irgendwie erfolgreicher als die Wikinger.
    Und die Missionare waren nicht blöd - musste man sich für das Paradies bzw. die Paradiese der Wikinger noch anstrengen, versprachen sie das Paradies wenn man sich nur zügeln würde.
    Waren die Götter nur durch Opfer milde zu stimmen, war der christliche Gott mit Beten zufrieden. Wikingerbegräbnisse waren sauteuer, wurde der Tote doch mit allem Besitz - auch Tieren oder dem Schiff - bestattet. Wieviel billiger war es, die Toten einfach zu verbuddeln? So konnten Schmuck, Waffen und Co weiterverwendet werden.
    Die Christen versprachen Vergebung und ewige Ruhe...die Götter sprachen von Weltenende, Kampf und Schuld (auch der Götter)
    Ein Totschlagargument war vermutlich, dass die Wikinger an die Sterblichkeit ihrer Götter glaubten (aber auch an die Wiedergeburt siehe Baldr) der Christengott jedoch war UNSTERBLICH. Waren die nordischen Götter auch weise und mächtig, war deren Gott ALLWISSEND und ALLMÄCHTIG.
    Beeindruckend.
    Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass die Germanen in Fimbultyr sogar schon einen Gott kannten der dem Christengott sehr ähnlich war. War das am Ende der selbe Gott? Die Wikinger hatten Fimbultyr nur nicht angebetet, weil man ihn für den pantheistischen Allgott hielt der sowieso nicht eingreift und nur die Götter den Menschen helfen würden. Hatten sie sich geirrt? Beten die Christen Fimbultyr an?
    Man fand auch sehr interessante Paralellen zwischen Jesus und Baldr...Jesus war Gottes Sohn...Baldr war Odins Sohn...mancher dachte, Odin und Fimbultyr wären das Selbe Wesen...
    Da kam sicher manch einer ins Grübeln.

    Einen wesentlichen Anstoss gab aber vermutlich dieses Ereignis, das in einer Sage Erwähnung findet. Der Missionar schlug vor, die Christen sollten ein Feuer entzünden und die Heiden ebenso. Er sagte, wenn der Berserker der Truppe das heidnische Feuer durchqueren könne aber nicht das der Christen, wäre ihr Gott mächtiger.
    Niemand weiss warum, ob da mit speziellem Holz oder Pulver nachgeholfen wurde, aber der Berserker ging angeblich nackt durch das heidnische Feuer, unverletzt, war aber nicht fähig, das Feuer des Missionares zu durchqueren. Diese Geschichte bekehrte auch manch einen, waren Berserker doch Anhänger des Odinskultes, Einherjar...also war wohl der Christengott mächtiger als Odin?

    Den entscheidenden Ausschlag gaben aber wohl die Frauen. Die Eriksaga berichtet, dass Eriks Frau ihm sagte, sie würde erst wieder mit ihm schlafen, wenn er konvertiert wäre und eine Kirche erbaut hätte...binnen eines Jahres stand das Ding

    Im Nachhinein haben sie es vermutlich bereut. Jedenfalls war es die Umkehr des Geldflusses (von König zu Untertanen vorher) die Aufgabe der Rechte, der Beginn der Ausbeutung und das Ende der "Helden" wenn man so will.
    Geändert von Estar_Odinson (23.11.2012 um 17:18 Uhr)

  7. #22
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    hey, ich seh schon das ich das WE nicht mit meinem buch verbringe sondern mit deinem geschriebenen, hab eben den Anfang gelesen macht echt spaß aber aus Zeitgründen kann cih erst morgen weitermachen... oder nächste woche.... ich beschäftige mich zwar eher mit den Alamannen (germanischer stamm im süden - heißt nix andes wie "alle Mannen" - also n zusammengewürfeltes Volk das nciht mal ein Volk war sondern nur zusammengefasst wude dank den Römern - aber ohne die wüssten wir viel weniger) aber schön mal so viel Info über die Wikis zu bekommen, würd mich auch nicht wundern wenn die gehandelt haben vom Rhein kommt man ja nach oben und Wikis waren super Seefahrer^^

    schreib weiter, ich hab den Link gespeichert

    DANKE^^

  8. #23
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    Götter:

    Zuerst muss man sagen, dass es bei den Wikingern eben nicht "gut und böse" gab wie es die Christen kennen. Es gab daher auch keine bösen Wesen wie die Dämonen, obwohl das oft irrtümlicherweise vermutet wird. In der Tat stammen aber alle Götter von Riesen ab. Im Grunde haben wir es in der nordischen Götterwelt mit mehreren Riesenfamilien zu tun: den kriegerischen Asen, den friedvollen Wanen, den naturgewaltigen Thursen und den vernichtenden Jöten. Alle diese Wesen können für Menschen schöne, hilfreiche Taten vollbringen aber ebenso zerstörerische, schädliche Dinge tun. Die Nordmänner beteten keinesfalles nur zu den Asen oder Wanen, auch viele Jöten und Thursen wurden von ihnen verehrt, um Beistand oder ähnliches gebeten.
    Die Nordmänner waren Polytheisten und Pantheisten und ihr Pantheon war keinesfalles klein, obwohl einige Götter eindeutig wichtiger waren und mehr verehrt wurden als Andere.
    Weiters waren die Wikinger und Germanen von ihrer Religion und Götterwelt her nahezu gleich. Manche germanische Götter haben zwar aufgrund sprachlicher Unterschiede andere Namen, sind aber die Selben wie bei den Wikingern (etwa Wotan = Odin oder Tir = Tyr, Donar = Thor etc.)
    Wer jedenfalls meint, die Wikinger kannten nur eine handvoll Götter irrt. Ich habe versucht, Überschneidungen zu vermeiden, da viele Götter ein breites Spektrum an Zuständigkeit haben sollen, diese sich aber oft mit anderen Göttern überschneiden. Daher habe ich die Götter auf ihre Haupaspekte reduziert, welche nur sie vertreten.
    Kommen wir zu einer Kurzübersicht:

    Asen:
    Baldr: Gott des Lichts, Wiederauferstehung, des Charisma.
    Beyla: Göttin der Bienen und des Honigs.
    Bragi: Gott der Poesie, Dichtung, Musik. Schutzherr der Skalden.
    Eir: Göttin der Heilkunst.
    Forseti: Gott der Gerechtigkeit, Rechtsprechung und des Gesetzes.
    Frigg: allwissende Göttin des Schicksals, Göttin der wahren Liebe, der Ehe und Familie.
    Fulla: Göttin der Fülle, der reichen Ernte und des Überflusses.
    Gersemi: Göttin der Mode und schönen Kleidung.
    Gna: Freyas Botin, schnell wie der Wind.
    Heimdall: Wächter der Welten.
    Hermod: Götterbote, Schutzherr der Boten & erster Einherjar.
    Hlin: Göttin der Sittsamkeit, Tugend & des Trostes.
    Hödr: Der blinde Gott der inneren Schau, der Menschen nicht nach dem Aussehen beurteilt.
    Idun: Göttin der ewigen Jugend, des ewigen Lebens und Frühlings.
    Lodur (Ve): Gott des Feuers.
    Hönir (Vili) Gott des Entschlusses, der Willenskraft und des Wetters.
    Lofn: Göttin der unglücklich Verliebten, welche Liebende entgegen aller Hindernisse vereint.
    Loki: Gott der Hinterlist, Schlauheit, und des "Bösen".
    Magni: Gott der Kraft, der physischen Stärke.
    Meili: Gott der Reisen zu Lande.
    Modi: Gott des Mutes.
    Mimir: (eigentlich ein Riese) Ratgeber der Asen, Orakel, Gott des Wissens und der Seher.
    Odin: Gott der Magie, der Weisheit, des Sieges, der Herrscher. Oberster Gott, Herr der Einherjar.
    Sif: Göttin der Feldfrüchte und reichen Ernte.
    Sigynn: Göttin der Freundschaft und Treue.
    Siofn: Göttin der Versöhnung, Eheschliessung und Zärtlichkeit.
    Skadi: Göttin der jagenden Frauen, des Schnees, Eises und Winters, Sinnbild weiblicher Stärke.
    Snotra: Göttin der Mässigkeit und Klugheit.
    Syn: Schutzgöttin des Hauses, schützt vor Einbrechern und anderen Eindringlingen.
    Thor: Gott des Schutzes, der Bauern, des Blitzes, der Elektrizität.
    Thrudr: Tochter Thors, Göttin der inneren Kraft und Stärke.
    Tyr: Gott der Tapferkeit, der Ehre, der Rechtschaffenheit, Wahrheit und des Krieges.
    Ullr: Gott der Jagd und des Skilaufs.
    Vali: Gott der Rache und Vergeltung.
    Var: Wächterin über Schwüre und Gelübde, bestraft Eidbrecher und Ehebrecher.
    Vidar: Gott der Natur, die stille Kraft, der Stärkste Ase nach Thor.

    Wanen:
    Freyr: Gott des Lebens, der Lichtalfen, männliche Potenz und Schönheit, Fruchtbarkeit.
    Freya: Göttin der Liebe und Erotik, weiblicher Fruchtbarkeit und Schönheit und der Priesterinnen.
    Gefjon: Göttin des Glücks.
    Gullveig: Göttin des Reichtums und der Geldmagie.
    Kwasir: der allwissende Gott.
    Nerthus: Göttin der Erde, der Natur, der Ernte, Fruchtbarkeit der Felder etc.
    Njörd: Gott des Windes, Schutzherr der Seefahrer, Fischer etc.

    Jöten & Thursen mit "Götterstatus":
    Ægir: Gott des Meeres und des Grauens, Herr der Tiefe und Fische.
    Alfrodull: Auch Sunna: Lenkt den Sonnenwagen und damit das Gestirn der Sonne.
    Fimbultyr: Der Schöpfer, Ursprung allen Seins, vergleichbar mit dem Gott der Juden, schuf Surt.
    Bestla: Urriesin, Mutter von Odin, Hönir & Lodur.
    Bor: Vater von Odin, Hönir & Lodur. Ein Urriese, lebte vor der Schaffung der Welt.
    Buri: Ein Urriese, Vater von Bor und Bestla, Grossvater von Odin, Riese aus Nifelheim.
    Dagr: Gott des Tages, des Lichts & der Helligkeit.
    Elli: Riesin des Alters. Sie ist das Alter / Altern an und für sich, die "Göttin" des Verfalls.
    Fjörgin: Auch Jörd, Mutter der Natur, Mutter von Thor, Göttin der Erde (ähnlich Gaia)
    Germania: Göttin des Ruhmes, der ruhmreichen Schlacht, der Kampflust und Streitbarkeit.
    Hel: Göttin des Todes, der Unterwelt, Göttin der Wiedergeburt, die gerechte Richterin der Toten.
    Hnoss: Göttin der Edelsteine und des Schmuckes, Schutzherrin der Kunsthandwerker.
    Holda: Göttin des Himmels, lässt es schneien (Frau Holle).
    Irmin: Gott des Blutrausches, der Kampfeswut, des Kampfgetümmels.
    Laga: Göttin des Regens, der Flüsse und Quellen.
    Mani: Gott des Mondes, lenkt den Mondwagen.
    Menglod: Göttin der Eleganz.
    Mundilfari: Vater von Mani & Sunna. Gott der Weltachse.
    Nanna: Göttin der Pflanzen, insbesondere der Blumen und Heilpflanzen, Frau von Baldr.
    Nehalennia: Göttin des Handels, Schutzherrin der Kaufleute.
    Nornen: Schicksalsgöttinnen und eine Art Schutzengel, jeder Mensch hat eine eigene Norne, führt ihn zu seinem Schicksal.
    Nott: Göttin der Nacht und Dunkelheit aber auch des Taus.
    Ostara: Göttin der Morgenröte und des Frühlings.
    Ran: Göttin der Ertrunkenen und der Korallen.
    Rind: Göttin des Tauens, der Wärme, des Auftauens.
    Saga: Göttin der Inspiration, ähnlich den Musen.
    Saxnot: Gott der Kampfkunst, der Fechtkunst, der Schwerter. Stammesgott der Sachsen.
    Skuld: Norne der Zukunft, des Todes und Endes.
    Skiöld: Sohn Odins und einer Riesin. Gilt als erster König der Dänen, Stammvater einer Dynastie.
    Surt: Erstgeschaffenes Wesen, Herr Muspelheims, Stammvater der Jöten nur Fimbultyr verpflichtet.
    Urd: Norne der Vergangenheit und des Anfangs.
    Ursel: Göttin der Bären.
    Walpurgis: Göttin der Hexen und Hexenkunst.
    Widolf: Urvater der Magienornen und damit Meister aller Magie.
    Wieland: Gott der Schmiedekunst und Schutzherr der Schmiede.
    Verdandi: Norne der Gegenwart und des Augenblickes, der Schicksalsveränderung.

    Sonstige, kleinere oder lokale Götter:
    Baumna: Stammesgöttin der Gothen.
    Ben: Ein kleiner Meeresgott der Sachsen, vermutlich für einen Teil der Nordsee zuständig.
    Biel: Gott des Waldes im Harz.
    Blakylle: Stammesgöttin der Kimbern.
    Foseta: Schutzgöttin von Helgoland.
    Fro: Gott des Hagels.
    Er: Schutzpatron der Bajuvaren / Bayern.
    Hama: Schutzgott von Hamburg.
    Hertha: Göttin der Geschenke.
    Hilda: Eine Stammesgöttin, verbmutlich der Sueben.
    Hylo: Schutzgott der Hirten.
    Ingvo: Friedensgott zwischen Stämmen.
    Jecha: Schutzgöttin des Thüringer Waldes.
    Krodo: Gott des Humors.
    Lahra: Göttin der Viehzucht.
    Loll: Schutzgott der Franken.
    Meda: Eine Schutzgöttin der Friesen.
    Siwa: Göttin des Genusses.
    Stuffo: Gott der Trunkenheit, Schutzgott der Betrunkenen.
    Tuisto: Zweigeschlechtiger Gott der Erde.
    Vagofft: Stammesgott der Teutonen.
    Weda: Stammesgott der Friesen.

    Sonstige Riesen:
    Angrboda: Mutter vom Fenriswolf der Midgardschlange und Hel (mit Loki), Unheilsbringerin.
    Allgolden: Eine Meeresriesin, Sinnbild der Ozeane.
    Alvaldi: Grossvater der Skadi, ein gewaltiger Jötunn
    Aurboda: Gattin des Gymir und Mutter von Gerdr und Beli, eine sehr reiche Riesin.
    Aurgelmir / Ymir: Auch Ymir genannt, der Urriese (nach Surt) und Urvater der Thursen.
    Baugi: Ein Riese für den odin 1 Jahr als Knecht arbeitet um den Skaldenmet zu bekommen.
    Beli: Wird an Ragnarök mit Freyr kämpfen.
    Bergelmir: Urriese, Enkel des Ymir, Stammvater der Thursen, da alle Anderen ertranken.
    Bölthorn: Vater von Bestla, Grossvater von Odin.
    Drifa: Riesin der Gletscher.
    Eggdir: Wächter der Riesen in Jötunheim (ähnlich Heimdall bei Asen), hat eine Harfe.
    Eimyrja: Eine Feuerriesin.
    Eisa: Ebenfalls eine Feuerriesin.
    Farbauti: Vater von Loki..
    Fenrir: Ein Riese in Wolfsgestalt, wird bei Ragnarök Odin fressen und von Vidar getötet.
    Glod: Eine Feuerriesin
    Laufey: Mutter von Loki.
    Fornjotr: Stammvater der Frostriesen (Hrimthursen).
    Fönn: Riesin des Eises.
    Garm: Höllenhund, Stammvater aller Hunde. Bewacht das Reich Hels.
    Geirrod: Ein Riesenkönig, erschlagen von Thor.
    Gerda: Frau von Freyr, Mutter von Fjölnir, Schwester von Beli.
    Gilling: Riese der in die Ermordung von Kwasir verwickelt ist und selbst ermordet wird.
    Grendel: Meeresriese, erschlagen von Beowulf.
    Grid: Mutter des Vidar, schenkte Thor seinen Kraftgürtel und dessen Handschuhe.
    Gunnlöd: Mutter von Bragi, Tochter von Surt.
    Gyge: Partnerin des Fenriswolfes, Mutter der Wölfe.
    Gymir: Ein Meeresriese, Vater von Beli.
    Hardgrep: Riesin welche ihre Grösse ändern kann.
    Hati: Ein Wolfsriese, Sohn Fenrirs, wird bei Ragnarök den Mond fressen.
    Hler: Ein Meeresriese, gilt als "Herr" der Gezeiten.
    Hräswelg: Ein Riese in Adlergestalt der Stürme erzeugt und Leichen frisst.
    Hrimthurs: Der Riese, welcher als Architekt und Baumeister Asgard errichtet.
    Hrungnir: Der mächtigste Frostriese. Erschlagen von Thor nachdem er betrunken die Asen angriff.
    Hugi: Der schnellste Riese, schneller als Alles Andere. (Nicht Hugin!)
    Hrymir: Der Riese welcher bei Ragnaröck das Totenschif Naglfar steuern wird.
    Hyndla: Eine Riesin
    Hymir: Ein Riese mit welchem Thor nach der Midgardschlange fischte.
    Hyrrockin: Eine Riesin die stärker als Thor sein soll.
    Jökull: Der Riese der Gletscher.
    Jörmungandr: Die Midgardschlange, umschlingt die ganze Welt, tötet Thor bei Ragnarök.
    Kari: Riese der eisigen Winde.
    Logi: Ein Feuerriese
    Mjöll: Eine Riesin des Schnees.
    Modgudr: Eine Riesin, welche die Brücke zum Jenseits bewacht.
    Mökkurkalfi: ein sehr grosser Riese der bis zum Himmel reichte und selbst Thor Furcht einflösste.
    Nidhöggr: Stammvater aller Drachen, trinkt Blut Toter, nagt an den Wurzeln Yggdrasils.
    Nörr: Ein Sohn Lokis.
    Rübezahl: Ein Bergriese aus Schleswig.
    Skalli: Wolfsriese, Sohn von Fenrir, wird bei Ragnarök die Sonne fressen.
    Skrymir: Ein gewaltiger Riese, der nichteinmal mit dem Mjölnir zu töten war.
    Snaer: Ein Schneeriese oft den Schnee selbst darstellend.
    Stakkard: Ein Riese mit 3 Armen.
    Suttungr: Der Riese welcher den Skaldenmet besitzt.
    Thjazi: Ein gewaltiger Sturmriese, Vater der Skadi.
    Thökk: Eisriesin mit Herz aus Eis. Sie weint als einziges Wesen nicht um Baldr als dieser stirbt.
    Thrivaldi: Ein Riese mit 3 Köpfen, von Thor erschlagen.
    Thrudgelmir: Sohn von Ymir, 6 köpfiger Meeresriese, ertrank in Ymirs Blut.
    Thrymr: Sturmriese, König der Thursen, Herr von Thrymheim, stahl den Mjölnir.
    Unnserdr: Eine Meeresriesin.
    Utgardloki: König der Jöten, Herr von Utgard, ein grosser Magier der Thor sehr demütigte.
    Vafthrudnir: Ein sehr weiser Riese, der sein Wissen erlangte indem er mit Toten sprach, lehrte Odin.
    Vagnhöfdi: Ein Meeresriese der mit den Walen schwimmt.
    Vardrun: Eine Meeresriesin welche die Meere bewacht.
    Wate: Ein Gezeitenriese.
    Ymir: Der Urriese, Stammvater aller Riesen ausser den Feuerriesen. Aus ihm besteht die Welt.

    Angeja, Atla, Eistla, Eyrgjafa, Gjalp, Greipr, Iarnsaxe, Imd, Ulfrun: Göttinnen der Wellen, Mütter Heimdalls Töchter von Ægir.
    Geändert von Estar_Odinson (27.11.2012 um 17:48 Uhr)

  9. #24
    Möchtegern Ergowan befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Benutzerbild von Ergowan
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    sind echt gut Deine Berichte weiter so

  10. #25
    Wär gern cool Estar_Odinson befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Benutzerbild von Estar_Odinson
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    Das Wikingererbe heute:
    Für viele Menschen vielleicht der Interessanteste Punkt. Wo spüren wir denn HEUTE noch die Wikinger? Worin besteht ihr Erbe für die Welt?
    Nun, es ist ein grosses Erbe, dass sich in eigene Punkte unterteilt.
    Da wäre etwa die Sprache: Natürlich in allen "nordischen" Staaten aber auch in Englisch und sogar Deutsch, haben wir Worte die direkt aus dem Altnordischen übernommen wurden (in Deutsch wenige, da hier vor allem Protogermanische Wörter überlebten die noch vor dem Altnordischen hier eindrangen)
    Im Englischen wird das schneller ersichtlich: take (taka) give (gefa) raven (hravn) und so weiter - viele Wörter sind nordischen Ursprunges. Aber auch sehr viele Ortsnamen - alle Orte die auf "-by" enden sind von Wikingern gegründet worden. Im Name Russland versteckt sich der Wikingerstamm der Russ und die Normandie kündet noch von ihren einstigen Herren.
    Was noch? Nun politisch gesehen waren die Wikinger verantwortlich für die Bildung einiger moderner Nationen. Ohne die Wikinger hätte es vermutlich nie ein Russland gegeben, denn bevor die Wikinger kamen stand in den Einöden kaum etwas nur kleine slawische Dörfer die sich bekriegten. Die Wikinger aus Schweden erbauten die ersten grossen Städte der Gegend - Kiev, Nowgorod und St. Petersburg, welche später Nationen Formen und zu Russland werden sollten. Die Wikinger hatten ein Handelsnetzwerk das bis nach China reichte und errichteten auch andere Städte in der Gegend.
    Aber auch England wie wir es kennen, würde es ohne Wikinger nicht geben. Die Wikinger einten die 5 englischen Reiche der Insel inklusive Irland und den schottischen Inseln zu einem Reich. Und auch William the Conqueror der "Vater" Englands war ein Wikinger aus der Normandie.
    Island und andere Inselstaaten hätte es auch nicht gegeben.
    Ausschlaggebendder war jedoch ihr gewaltiges Handelsimperium das Waren aus aller Welt zugänglich machte und die Kunst vieler Völker bereicherte.
    Wesentlicher als das, war jedoch die Erfindung der Währungsunion. Ja der Euro und die EU sind keine Erfindung der Moderne - schon die Wikinger entwickelten ein einheitliches Währungssystem das weite Verbreitung und Anklang fand. Und als sie letztlich dem Christentum beitraten und bei den Kreuzzügen mitwirkten hatten wir eine Art EU und Nato in einem.
    Ebenfalls sehr interessant, waren die grossen Errungenschaften in der Seefahrt, welche den Handel zur See allgemein verbesserten.
    Auch für die Küche und Brauerei hinterliessen sie einige tolle Rezepte.
    Das künstlerische Erbe der Wikinger lebt bis heute fort - auch heute noch orientiert sich die Kunst an Wikingermotiven deren bekannteste Form wohl die Tribals sind.
    Für die Esoteriker - die Runen sind auch heute noch magische, geheimnisvolle Schriftzeichen die immer mehr Anhänger haben. Die Denkweise der Wikinger lebt da fort.
    Auch in der Kosmetik haben wir ein Erbe der Wikinger, die sehr reinlich waren.

    Wars das? Keinesweges. Was uns kulturell blieb waren die Sagas. Es klingt erstaunlich, aber beinahe alles was wir heute mit Fantasy verbinden stammt von den Wikingern. Elfen / Elben, Zwerge, Feen, Riesen, Trolle, Orks, Werwölfe, Zombies, Hexen, Drachen, magische Waffe, Rüstungen, Materialien...alles germanisch/nordisches Erbe.
    J.R.R. Tolkiens Meisterwerke (Herr der Ringe und Co.) sind von den Sagas inspiriert. Viele Namen seiner Werke sind nordische Namen (etwa Gandalf) und gerade das Silmarillion erzählt fat 1:1 isländische Sagas nach nur mit mehr Fantasygestalten.
    Und wer kennt nicht die Nibelungensaga oder die Legende von Beowulf?
    Auch in der Mode haben wir lange Zeit Wikingermode beibehalten, reich verziert und doch praktisch.
    Gäbe noch mehr aber ich denke fürs erste reicht das
    Geändert von Estar_Odinson (28.11.2012 um 07:12 Uhr)

  11. #26
    Wär gern cool Estar_Odinson befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Benutzerbild von Estar_Odinson
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    Erstaunliche Seefahrer:
    Die wohl grösste Errungenschaft der Wikinger war ihre Leistung als Seefahrer. Ihre Schiffe konnten nicht nur der rauehn Hochsee standhalten sondern selbst über Flüsse fahren. Das beeindruckenste war aber wohl, dass diese Schiffe leicht genug waren, dass sie selbst über Land transportiert werden konnten.
    Das "klassische" Wikingerdrachenschiff für 60 Mann war unglaublich schnell (ca. 40 km/h) sehr wendig, konnte sofort die Fahrtrichtung ändern und war sowohl auf der Hochsee wie auch auf Flüssen einsetzbar. Aufgrund des niedrigen Tiefganges konnten die Wikinger die Seine bis Paris, den Rhein und von Regensburg aus über LAND in die Donau gelangen.
    Das Schiff wurde dazu aus dem Wasser gehoben, auf Holzrollen angebracht und geschoben bis wieder ein Fluss in Sicht war.
    Die Schiffe wurden aus verschiedenen Hölzern gemacht, ein jedes Holz für seine Aufgabe bestens geeignet. An die 20 verschiedenen Äxte wurden zur Verarbeitung benutzt und die wichtigen Schiffsbretter wurden aus einem einzigen Baum gewonnen was sie unglaublich flexibel machte.
    Segel aus wasserabweisender Wolle, mit Fett imprägniert, waren ebenso "hochtechnologisch" wie ihre Schiffe die im wahrsten Sinne auf den Willen ritten und dabei manchmal sogar kurzfristig aus dem Wasser gehoben wurden. Mit diesen Schiffenwn ar fast überall Landgang möglich.

    Ebenso bewundernswert ist ihre Methode, mit der sie sich orientierten - ohne Kompass würde heute kein Kapitän in See stechen und auch Kolumbus wäre ohne nicht ans Ziel gelangt. Die Wikinger schon - sie orientierten sich aber nicht an den Sternen, eine Methode die anderen Völkern eigen war, sondern an der Sonne, der Farbe des Wassers und - Vögeln.
    Gefangene Raben wurden auf hoher See freigelassen - kreisten sie über dem Schiff und kamen zurück, war kein Land im umkreis von 200 Kilometern. Flogen die Raben dagegen weg, so wusste man, dass in dieser Richtung Land lag.

    Diese etwas ungenaue Methode der Orientierung hatte viele "zufalls"entdeckungen zur Folge. So wurde Amerika etwa von einem Kapitän entdeckt, der eigentlich nach Island wollte und abdriftete. Erik der Rote folgte dann den Erzählungen und fand Grönland. Ein Kapitän Namens Bjarni (der Blonde) der von Island nach Grönland wollte, driftete ab und kam irgendwo bei New York an - und später sollte Leif Erikson dort siedeln und das Land Vinland nennen

  12. #27
    Jungspund hriob befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Daumen hoch

    Kann mich einigen hier nur anschließen, top Beiträge von Dir Estar_Odinson - mach bitte weiter so!

  13. #28
    Jungspund Valkyyryya befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Estar_Odinson. Ich muss auch sagen,dass du echt top Beiträge bringst.
    Auch den Kurs in Altnordisch hast du echt gut geschrieben,den ich gestern angefangen habe zu lesen.
    Sehr informativ und leicht zu verstehen. Man kann hier echt viel lernen.

    weiter so und vielen Dank !!!!

  14. #29
    Möchtegern Don_Panse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Benutzerbild von Don_Panse
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    Estar gibt es schon lange nicht mehr, daher wird dein Dank niemals ankommen.
    HK forever , J4k never
    Ich möchte mit meinen Beiträgen niemanden provozieren. Falls sich die lesende Person provoziert fühlt, tut es mir leid. Sie soll sich dann an mich wenden und ich ändere meine Beiträge dann sehr gern.

  15. #30
    Jungspund Allsherjargode befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Nachdem ich die Ausführungen über die Vikinger hier gelesen habe, muß ich mich schon sehr wundern. Ich kenne alle Sagas, befasse mich seit 32 Jahren mit der Thematik intensiv, aber so viele phantasievolle Märchen habe ich über die Vikinger noch nirgends gefunden.
    Es ist schlichtweg frei erfunden, was z. B. über die "Homosexualität" bei den Vikingern geschrieben wurde - wohlweislich ohne Quellen.
    Ich kenne die nordgermanischen Gesetzessammlungen, nach denen war es so ziemlich die schlimmste Beleidigung, wenn man jemanden einen "Homosexuellen" nannte. Und in den Eddas zeigen die Götterlieder klar, daß es völlig verpönt war.
    Auch zu den anderen Bereichen kann ich nur sagen: Unsinn.
    Das einzige, was ist bewundere, ist die Länge und Mühe dieser Dichtungen/Wunschvorstellungen über die Vikinger. Aber das war es dann auch schon.

    Lichtgruß,
    Geza

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