Ghoust of Christmas

"17" zählte Horsey leise und wendete ihren Höhlenwolf über die rechte Seite. Ein gegnerischer Tomahawk lief um den Rebellenbasenhangar auf sie zu und feuerte aus seinem mittelschweren Laser gebündelte Lichtenergie auf ihr Cockpit. Sie ließ den 100-Tonnen-Koloss einen Schritt zur Seite machen, richtete sämtliche Armwaffen auf den Tomahawk und feuerte eine Breitseite. Beide Partikelkanonen trafen das Cockpit des gegnerischen Mechs, und die Extremreichweitenlaser untermalten das Zerstörungswerk mit glutheißem, blauem Licht. In der Pilotenkanzel einer 100 Tonnen schweren Kampfmaschine, deren Bewegungsfähigkeit im Vergleich zu leichteren Mechs doch eher als unterentwickelt bezeichnet werden konnte, hielt man sich Gegner am besten auf weiten Abstand schon vom Stahlleib. Horsey wartete die 7 Sekunden Aufladezeit und feuerte die Laser erneut ab. Der Tomahawk wankte und stockte in der Bewegung, dann löste sich das Cockpit und wurde für den unglücklichen Rebellenpiloten zur Rettungskapsel. Auf heißem Plasma stieg der Kopf des Tomahawks in die Höhe. Die Steuerdüsen trugen ihn fort vom Schlachtfeld, während der kopflose Mech noch einige Schritte vorwärts macht und dann vornüber in den Boden stürzte. Sein aus abgereichertem Uran bestehendes Kampfbeil grub sich tief in den Boden des Exerzierplatzes der Rebellenbasis.

Horsey suchte ihre Ziele und schritt langsam durch die arg verwüstete Basis, als sie zwei neue durch das Kanzeldach erspähte. Gleichzeitig richtete sie die schweren Maschinengewehre aus und erledigte zwei Hauptziele im Verwaltungsgebäude der Rebellen gleichzeitig. "18 und 19" murmelte sie, "noch eine für heute." Ihren Weg durch die Rebellenfeste wählte sie sorgfältig und schritt langsam voran; sie ließ Ghoust abkühlen, damit sich ihr knochenweiß lackierter Mech nicht überhitze und wieder mit Stillegung drohte.

Als sie um den Hangar herumschritt, stieß sie auf einen gegnerischen Raven, der offensichtlich die Hoffnung hegte, durch Verstecken dem Inferno der Vernichtung zu entgehen. "Heute nicht kleines Vögelchen" flüsterte Horsey mit einem schiefen Grinsen im Gesicht und feuerte Reflexartig die Partikelprojektorkanonen ab. Die papierdünne Panzerung des Scoutmechs wurde durchschlagen, und obwohl keine wichtigen Baugruppen getroffen wurden reichte die enorme Hitzeentwicklung jedoch aus, den kleineren Mech in die automatische Stillegung zu treiben. Auch Horseys Mech kämpfte inzwischen mit der Abwärme der Energiewaffen, und sie dachte ernsthaft darüber nach, für den Angrif auf die nächste Rebellenbasis die Konfiguration zu ändern und statt der Partikelprojektoren Gaussgeschütze montieren zu lassen.

Langsam bewegte sie ihren Mech hinter dem Hangar her und suchte die Umgebung ab. "Dort" grinste sie. Für die letzte würde sie sich Zeit nehmen. In Ruhe zielen, und den Abschuss genießen.

Mit nahezu körperlichem Genuss löste sie einen Laser aus und entfernte die hintere Eingangstür des Hangars vom Sichtschirm und aus dieser Welt.

"20, jawoll, alle" sagte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Horsey lehnte sich auf der Pilotenliege zurück und fuhr die Systeme des Kampfkolosses herunter. Dann öffnete sie die Luke des Simulators und stieg aus dem glühendheissen Cockpit auf den Wartungssteg. Die wartenden Krieger der LuWfH schauten Horsey grinsend an. "Danke Jungs, das ist der coolste Adventskalender, den ich jemals bekommen habe! Für heute hab' ich meine 20 Türchen, mal sehen was morgen kommt! Los, ich lad' Euch zum Frühstück ein"

Gemeinsam verließen sie den Trainingsbereich des LuWfH-Hauptquartiers und gingen hinüber zur Kantine, um ein vorweihnachtliches Frühstück gemeinsam zu genießen.





Ich wünsche Euch allen eine schöne Weihnachtszeit, ein wenig Ruhe und Gelassenheit unter dem Baum und natürlich Glück, Gesundheit, Erfolg und - viele viele schöne Geschenke

Horsey
[2nd Ghoust of Jealousy]