Im Wohnzimmer seiner Wohnung saß ein junger, schlanker Mann mit braunem, langem Haar und trank mit ein paar Freunden einen leckeren, heißen Tee während er ihnen die Pläne erklärte, die er für die Zukunft seines Imperiums hatte. „… das Wichtigste ist, dass wir unsere Handelsposten so schnell wie möglich vergrößern. Denn nur so haben wir größeren Einfluss auf die Handelskur…“, das Telefon auf einem Tisch in der Nähe piepte einmal leise und eine blaue LED leuchtete auf. „Entschuldigt mich bitte“, sagte er, stand auf und ging zu seinem Schreibtisch. „Eine Nachricht vom Minenplaneten Sekunda 2 im äußeren Gürtel, Imperator. Sie haben Signaturen einer zahlreichen Flotte empfangen. Wir können nicht ausschließen, dass dies ein Angriff auf die Kolonie sein könnte. Aber vielleicht fliegen sie auch nur vorbei“. Seine Freunde schauten ihn überrascht an. „Ich komme sofort.“ Antwortete SloggyLongDong. Er verabschiedete sich knapp von seinen Freunden und verließ mit ihnen zusammen seine Wohnung.

Im Ministerium angekommen fuhr er mit dem Aufzug in sein Büro, ließ sich von seiner Sekretärin die Unterlagen geben und überflog sie. „Rufen Sie bitte alle Offiziere und Kolonievertreter zusammen, in einer Stunde im Auditorium Maximum.“, schritt durch eine Tür in seinen Raum und gab die Daten in seinen Computer sein.

Etwas mehr als eine Stunde später stand Sloggy auf dem Podium in einem Raum, der aussah, wie ein großer Hörsaal. Hinter ihm an der Wand war mittels Beamer eine Karte des Sonnensystems Sekunda zu sehen. Unzählige rote Punkte waren in der Nähe der Kolonie zu sehen. Die Sitzreihen waren fast voll, überall Gemurmel und Getuschel. „Meine Damen und Herren,“ sprach Sloggy in das Mikrofon, „wir haben Grund zur Annahme, dass eine Angriffsflotte Kurs auf Sekunda nimmt um unsere Kolonie anzugreifen. Der Grund dafür ist mir nicht bekannt. Wir können nur vermuten, dass es eine Streitmacht auf dem Weg zu einem anderen Angriffsziel ist, ich möchte trotzdem, dass alle Truppen in Alarmbereitschaft versetzt werden. Bitte rufen sie sämtliche Soldaten aus ihren Urlauben zurück, reisen Sie zu ihren Kolonien und veranlassen sie das Krisenprotokoll für den Kriegsfall“.
Einen kurzen Moment lang herrschte absolute Stille in dem Hörsaal, dann brach wildes Getuschel aus. Aus einer Ecke des Hörsaals hastete ein uniformierter Junger Mann auf Sloggy zu und flüstere ihm etwas zu. Als Sloggy daraufhin ein paar Eingaben an dem Rednerpult-PC machte, tauchten parallel zu der Karte noch weitere Karten auf der Wand auf. Diese zeigten weitere Kolonien mit roten Punkten, die sich ihnen näherten.

„Die Situation ist ernst! Wir haben soeben Berichte erhalten, dass fast alle unsere Kolonien angegriffen werden! Reisen sie unverzüglich ab und veranlassen sie das Krisenprotokoll!“ Der PDA Sloggys piepte auf dem Rednerpult. Er nahm es in die Hand und erfuhr von seinem General, dass auch der Heimatplanet, auf dem er sich befindet, angegriffen wird. „Sofort die Flotte mobilisieren!“ rief er in das Gerät. Unbehagen überkam ihn. Ein Angriff auf fast alle Kolonien seines Imperiums, und das ohne Kriegsvertrag. Die gegnerischen Schiffe waren eines unbekannten Typs und tauchten erst kurz vor den Kolonien auf den Scannern auf. Sowas war doch nicht möglich! Ein dumpfes Rauschen erklang in dem Hörsaal. Ein Zeichen dafür, dass bereits Schiffe aus dem Nahegelegenen Hafen starteten. In heller Aufregung plapperten alle durcheinander, während sie hastig den Raum verließen.

Auf dem Weg zum Büro zurück bebte plötzlich das Gebäude. Schreie waren zu hören, Menschen gerieten in Panik. Wenig später ertönte ein Krachen und die Scheiben des Gebäudes brachen. Menschen stürzten zu Boden, und wieder wilde Schreie vieler Menschen. Die Beleuchtung der Gänge wechselte auf Rot und eine Sirene ertönte im Wechsel mit einer Frauenstimme, die sagte, dass das Gebäude evakuiert wird. Sloggy drehte sich sofort um und rannte zur den Aufzügen. Damit fuhr er bis ins Kellergeschoss und wurde dort von seiner Leibgarde empfangen. Gemeinsam mit ihnen spurtete er zu einem recht großen, Silbernen Raumschiff, während sich die Decke dieser „Tiefagarage öffnete“. Kaum hatte er das Schiff betreten schloss sich die Schleuse hinter ihnen und das Schiff startete. Durch die Bullaugen konnte Sloggy erkennen, dass weite Teile der Prunkvollen Großstadt im Umkreis bereits in Schutt und Asche lagen. Hochhäuser stürzten ein, immer wieder fielen große goldene Tropfen vom Himmel, die eine Explosion auf dem Boden auslösten. Schnell wurde dieses Bild der Zerstörung unter ihnen kleiner und Sloggy schritt zur Brücke. Durch das Panoramafenster sah er, wie der Himmel langsam blasser wurde und sie den Planeten verließen. Immer wieder prallten Trümmerteile gegen das Schiff, die aus dem Himmel zu fallen schienen. Auch abstürzende Raumkreuzer waren zu sehen, die Vorgänger der Schlachtschiffe. Sie hinterließen einen gewaltigen Feuerschweif in der Atmosphäre. Langsam näherten sie sich dem Orbit. Und hier bot sich wieder ein Bild der Zerstörung. Überall flogen Raumjäger, Bomber und Kreuzer kreuz und quer und kämpften mit einer Unzahl fremdartiger Schiffe. Explosionen und Blitze waren zu sehen.

Dann wieder ein lautes Krachen, der Boden ruckte und alle fielen hin. Dann der Ruf seines Piloten: „Wir sind getroffen! Sofort raus hier!“ Gedränge auf dem Gang, von dem aus die Rettungskapseln erreichbar waren. Sloggy stürmte in eine der Kapseln, schnallte sich im Sitz an Schlug mit aller Kraft auf den Roten Button neben dem Sitz. Er verlor das Bewusstsein bei der Beschleunigung der Kapsel…
Er wusste nicht, wie lange er ohne Bewusstsein war. Die Kapsel hatte kein Fenster und auch keine Schwerkraftmodule. Er wollte sich grade abschnallen als der Computer die Meldung gab, sie seien in das Gravitationsfeld eines Planeten geraten und der Computer würde die Landung einleiten. So blieb er sitzen. Langsam nahm die Schwerkraft zu und endlose Minuten krachte die Kapsel auf die Oberfläche eines Planeten. Dann wurde alles schwarz vor seinen Augen.

Dies Geschah vor vielen Jahren. Er landete auf einem Bewohnten Planeten und wurde durch die Bewohner geborgen. Zu seiner Flotte und seinen Kolonien gab es keine Verbindung. Es schien, als sei seine Heimat ausgelöscht.

Nun viele Jahre später baute sich Sloggy ein neues Imperium auf. Er fand schnell Anhänger, die seinen Traum einer Nation, die den Handel fairer macht, und die Diplomatie den Waffen vorzog, teilten. Doch auch diese Nation befindet sich nun im Krieg. Bis heute weiß niemand, wer oder was seine Heimat zerstörte, wer oder was seine Freunde tötete. Aber er würde so etwas nicht noch einmal zulassen, dachte er sich, während er den ersten Imperialkreuzer bei einem Feierlichen Akt auf den Namen „Sekunda“ taufte…