Es ist Samstag, der 01 August 1914, 17 Uhr. Über alle Telegrafen geht eine Meldung durch das gesamte Deutsche Reich: "Seine Majestät der Kaiser habe die Mobilmachung der Armee und Marine befohlen.

In Berlin strömen Menschenmengen Richtung Lustgarten. Der Verkehr blieb vollkommen stehen. Alles drängte sich Richtung Schloss und man fing an zu rufen

"Wir wollen den Kaiser sehen!"

Endlich gegen 18.30 Uhr erschien der Kaiser am mittleren Fenster der ersten Etage, von einem unbeschreiblich starken Jubel und von Hurrarufen begrüßt. Patriotische Lieder wurden angestimmt. Nach einiger Zeit trat in der Menge Ruhe ein. Die Kaiserin trat an die Seite des Kaisers, der den Massen zuwinkte, dass er sprechen wolle. Unter tiefstem Schweigen sprach der Kaiser dann ungefähr mit weithin vernehmbarer, langsam stärker werdender Stimme:

"Wenn es zum Kriege kommen soll, hört jede Partei auf, wir sind nur noch deutsche Brüder. In Friedenszeiten hat mich zwar die eine oder andere Partei angegriffen, das verzeihe ich ihr aber jetzt von ganzem Herzen. Wenn uns unsere Nachbarn den Frieden nicht gönnen, dann hoffen und wünschen wir, dass unser gutes deutsches Schwert siegreich aus dem Kampf hervorgehen wird."


An diese Worte des Kaisers schloss sich ein Jubel, wie er wohl noch niemals in Berlin erklungen ist. Die Menge stimmte begeistert erneut patriotische Lieder an.

Ein paar Tage zuvor, am 28 Juli 1914 unterschrieb Kaiser Franz Joseph in Bad Ischl die Kriegserklärung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie an das Königreich Serbien.
Die ersten Schüsse fielen am 29. Juli 1914 gegen 2 Uhr auf Belgrad.

Zar Nikolaus II. billigte am 30. Juli die Generalmobilmachung der russischen Armee, die am nächsten Morgen (31. Juli) veröffentlicht wurde. Das Deutsche Reich forderte daraufhin in einem Ultimatum die sofortige Rücknahme der russischen Mobilmachung (bis 1. August, 12 Uhr Ortszeit St. Peterburg), obwohl bekannt war, dass sie deutlich langsamer verlaufen werde als die deutsche. Nachdem die Rücknahme ausblieb, gab Wilhelm II. am 1. August (17 Uhr) den Mobilmachungsbefehl und erklärte am selben Tag (19 Uhr Ortszeit St. Petersburg) Russland den Krieg. Das mit Russland verbündete Frankreich erließ ebenfalls am 1. August (16 Uhr) den Mobilmachungsbefehl.

Am Vormittag des 2. August besetzten deutsche Truppen planmäßig die Stadt Luxemburg. Am Abend (20 Uhr) wurde Belgien aufgefordert, innerhalb von zwölf Stunden eine Erklärung des Inhalts abzugeben, dass sich die belgische Armee gegenüber einem Durchmarsch deutscher Truppen passiv verhalten werde; dies wurde am nächsten Morgen abgelehnt. Am 3. August erklärte Deutschland Frankreich wegen Grenzverletzungen und Luftangriffe („Flugzeug von Nürnberg“) den Krieg.

In den Anfangsjahren des Krieges, wurden die Soldaten mit LKWs in Richtung Front gebracht. Weiter war die berittene Kavallerie im Einsatz und ein 42 cm-Mörser, die sogenannte "Dicke Berta". Für Luftangriffe wurden Luftschiffe (Zeppelin) und Feldflieger genutzt (Ein- und Doppeldecker). Die deutsche Armee verfügt über Linienschiffe, Kreuzer und Torpedo-U-Boote. Im Laufe des 1. WK kam es zu einer rasanten Weiterentwicklung der Kriegswaffen. So erscheinen die ersten Panzer (z.B.: A7V), ein "verbessertes" MG (Herstellung im August 1915 mit der Bezeichnung MG 08/15. Da die Schussgenauigkeit so miserabel war, spricht man noch heute bei schlechten Leistungen von 08 15), aber auch Biologische und Chemische Waffen wurden eingesetzt. In den folgenden Kriegsjahren traten immer mehr Länder den Krieg ein.

Der Krieg forderte fast 9 Millionen (davon 2 Millionen Deutsche & 1,5 Millionen Österreichische) Soldaten das Leben. Zusätzlich starben rund 900.000 Menschen in der Zivilbevölkerung.

Am 11.November 1918 wurde der Waffenstillstandsvertrag unterschrieben. Der Waffenstillstand trat um elf Uhr dieses Tages in Kraft und war zunächst auf 36 Tage begrenzt, beendete jedoch faktisch den Krieg.

Wer die Hauptschuld am 1. WK trägt, kann nicht vollständig geklärt werden.

Beteiligte Länder:

Österreich-Ungarn, Deutsches Kaiserreich, Osmanisches Reich, Bulgarien (Mittelmächte)

Serbien, Russisches Kaiserreich, Luxemburg, Frankreich, Neuseeland, Neufundland, Kanada, Großbritannien, Belgien, Australien, Nepal ,Montenegro, Japan, Südafrikanische Union, Italien, San Marino, Portugal, Hedschas, Rumänien, Griechenland, Vereinigte Staaten, Kuba, Guatemala, Siam, Liberia, China, Brasilien, Panama, Nicaragua, Costa Rica
Haiti, Honduras (Entente)

Meine persönliche Filmempfehlung zu diesem Thema: "Im Westen nichts Neues"


In diesen Tagen sollten wir an alle gestorbenen Menschen Gedenken.


Quellen: Frankfurter Zeitung vom 01.08.1914, Wikipedia, Zeitzeugenberichte