Publisher und Entwickler Electronic Arts hat am Montag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2010 bekannt gegeben und musste einen Nettoverlust von 391 Millionen US-Dollar anmelden. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte hinter dem Minus der Bilanz lediglich eine Zahl in Höhe von 310 Mio. USD gestanden. Der Umsatz sank von 894 Mio. im vergleichbaren Geschäfts-Quartal 2009 auf aktuell 788 Dollar.
Bei den Zahlen muss betont werden, dass der Publisher sich das Social Games-Unternehmen Playfish für insgesamt rund 300 Mio. USD geleistet hat. Weitere 100 Mio. USD werden fällig, falls Playfish bestimmte Meilensteine erreicht. Angesichts der Zahlen geht EAs CEO John Riccitiello weiterhin davon aus, die Situation sei “unter Kontrolle“.
Dem Bericht nach legte “FIFA 10“ mit rund 4.5 Millionen abgesetzten Exemplaren in der ersten Woche den besten europäischen Verkaufsstart eines EA-Titels in der Unternehmensgeschichte hin. Hervorgehoben werden außerdem die 2,5 Millionen erfolgreich vertriebenen “Need for Speed: Shift“-Kopien. Bester Quartals-Titel in den USA war wenig überraschend “Madden NFL 10“.
Die personellen Konsequenzen
In dem Bericht werden darüber hinaus die Gerüchte rund um die Entlassung von weiteren Mitarbeitern bestätigt. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte EA eine Senkung der Arbeitskräfte um rund 10 Prozent bzw. etwa 1.000 Personen weltweit bis zum 31. März 2009 angesetzt, was neben anderen Maßnahmen zu einer jährlichen Kosteneinsparungen von rund 120 Millionen US-Dollar führen sollte (wir berichteten). Im aktuellen Bericht ist von weiteren 1.500 Stellen, die vom Rotstift betroffen sind, die Rede.
Das umfasst unter anderem die Studios Visceral Games (ehemals EA Redwood Shores; “Dead Space“, “The Godfather“, “Dante's Inferno“) , Tiburon (“EA Sports“, “Madden NFL“), Mythic (ehemals EA Mythic und Interworld Productions; “Dark Age of Camelot“, “Warhammer Online: Age of Reckoning“) und Black Box (“Need for Speed“-Serie bis NfS: Shift). Die Umstrukturierungen sollen einmalig rund 130 bis 150 Mio. US-Dollar kosten, dafür folglich rund 100 Mio. US-Dollar jährlich einsparen.
Neuer NfS- und Medal of Honor-Titel
„In den vergangenen Jahren ist es uns nicht gelungen, angemessene Ressourcen hinter das Franchise zu stellen und als Folge litt die Qualität darunter“, sagte der Präsident des EA Games-Labels Frank Gibeau. NfS befinde sich aktuell mit dem recht positiv bewerteten NfS: Shift, dem kürzlich veröffentlichten NfS: Nitro und dem geplanten NfS Online mitten im Reboot-Vorgang. Die Folge dessen sei ein neuer “Need for Speed“-Teil, der aktuell von Criterion Games entwickelt wird, den Machern der “Burnout“-Serie.
Es sollen aber weitere Kern-Marken reanimiert werden: Darunter beispielsweise das “Medal of Honor“-Franchise, wie Gibeau mitteilte. Die Serie brachte zwischen 1999 und 2007 eine lange Liste an Ablegern hervor. Einige ehemalige Entwickler von “Medal of Honor: Allied Assault“ aus dem Hause 2015 Inc. taten sich 2001 übrigens unter dem Namen Infinity Ward zusammen: Das bekannte Studio hinter den Modern Warfare-Teilen der “Call of Duty“-Serie beim EA-Konkurrenten Activision.
Zum Quartalsbericht










geschrieben am 11.11.2009 um 10:12
Bjoern_Plantholt
Looki Redakteur
Electronic Arts - Hohe Verluste, neue NfS- und MoH-Ableger und Entlassungen
Einerseits wird von einer Situation unter Kontrolle gesprochen, andererseits werden Stellen gestrichen. Ich denke, das spricht für sich. Genannt wurden die üblichen Kennzahlen.
geschrieben am 10.11.2009 um 23:20
Alpenjager
S-MOD a.D.
Electronic Arts - Hohe Verluste, neue NfS- und MoH-Ableger und Entlassungen
Die Übernahme von Playfish ist nicht in den Verlusten vermerkt, Da allerhöchstens 10 Millionen (Kapitaldienst) da einfließen.
Ein Großteil der Verluste Mitarbeiterkosten für Research & Development. Die Entwickelten Produkte dürfen wie gesagt nicht dargestellt werden nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung.
Im weiteren Bericht werden nämlich die Kennzahlen bereinigt wiedergegeben.
Nach Euerer Darstellung steck EA aber in einer schweren Krise, weil Ihr nur die Hälfte des Berichtes wiedergebt.
Das habe ich lediglich Kritisiert.
geschrieben am 10.11.2009 um 13:20
Bjoern_Plantholt
Looki Redakteur
Electronic Arts - Hohe Verluste, neue NfS- und MoH-Ableger und Entlassungen
@Alpenjager: Es wird nicht interpretiert, sondern lediglich verglichen und die Betonung der Playfish-Übernahme sollte aufgefallen sein. Da EA im eigenen Quartalsbericht den net loss nach den United States Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) nennt, was nun einmal die anerkannten Rechnungslegungsgrundsätze der USA sind, kann durchaus von Nettoverlust gesprochen werden.
(Dieser Kommentar wurde nachträglich von Bjoern_Plantholt verändert)
geschrieben am 10.11.2009 um 13:02
Alpenjager
S-MOD a.D.
Electronic Arts - Hohe Verluste, neue NfS- und MoH-Ableger und Entlassungen
Ein nichtssagender Quartalsbericht. Und dann interpretiert Ihr ihn auch noch falsch.
EA gibt mit Absicht die Nicht-GOB-Kennzahlen auch noch an, da Forschungs und Entwicklungskosten nur als "Ausgaben" gerechnet werden dürfen, das Entwickelte aber nicht aktiviert werden darf.
Bei Softwareunternehmen macht das nämlich Sinn.
Der Kauf von Playfisch, ist in den Vorherigen Zahlen kaum berücksichtig, da sowas als "Investiton" sofort ins "Anlagevermögen" wandert. Evtl. wird abgeschrieben. Dann aber nur ein Bruchteil des Betrages.
Von daher könnt Ihr das mit dem Netto-Verlust nicht so stehen lassen.
Dieser Bericht sagt eigentlich aus, dass alles seinen gewohnten Gang geht.
@Ljadas:
Wenn fusioniert, bzw. feindliche Übernahmen stattfinden, dann übernimmt man auch die Mitarbeiter.
Diese kann man in den USA Ruckzuck entlassen. In Deutschland packt man sie in eine Unternehmensparte. Gliedert sie aus und muss sie dann vor die Wand fahren lassen.
geschrieben am 10.11.2009 um 12:30
Ljadas
Möchtegern
Electronic Arts - Hohe Verluste, neue NfS- und MoH-Ableger und Entlassungen
Mythic und Stellenstreichungen ... die hatten doch bisher schon beinahe alle Stellen auf Null gestrichen. Wie will man da noch was kürzen . . .
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