Die Geschichte der Indie-Games - Spezial 

Die Erfolgsformel der Videospielindustrie ist ebenso einfach, wie sie zerstörerisch ist: Man nehme eine bekannte Franchise, füge dieser einen neuen Ableger hinzu, den man mit viel Action und einer Bombastoptik anrührt, verzichte auf jede Form von spielerischem Innovationsrisiko, minimiere die Punkte, die Spielern sauer aufstoßen könnten und garniere den Spielesalat letztlich mit einer umfangreichen Werbekampagne. Diesem Rezept folgen seit einiger Zeit die großen Studios, indem sie sich, ebenso wie Hollywood in der Filmbranche, vor allem auf altbekannte Serien verlassen.
Neue Ideen werden selten aufgegriffen, weil sie Spieler verschrecken und Anlaufzeit benötigen könnten. Genau diese Zeit haben die Publisher und Entwickler aber nicht, da die Entwicklung großer Blockbuster meist mehrere Jahre, hunderte Mitarbeiter und viele Millionen Dollar bzw. Euro in Anspruch nimmt.
Wenn das fertige Produkt dann auf dem Markt erscheint, muss es in möglichst kurzer Zeit einen maximalen Erfolg erzielen. Aufgrund des umkämpften Marktes und einer gigantischen Spieleflut stehen neue Titel nicht mehr sehr lange im Rampenlicht und müssen die wenige Zeit, die ihnen bleibt, nutzen, um sich möglichst häufig zu verkaufen. Electronic Arts hört von seinen Käufern lieber ein Statement, a la:
„Nun ja, das neue 'Battlefield' ist kein Meilenstein, aber ich spiele es trotzdem gern. Es erinnert mich an die alten Tage“, als eines, wie: „Die neuen Features von 'Battlefield 4' sind aber sehr gewöhnungsbedürftig, da spiele ich lieber 'Call of Duty: Modern Warfare 4'. Da weiß ich, was mich erwartet.“ Etwas scheinheilig verteufeln wir die Großen der Branche, deren Spiele wir trotzdem immer wieder kaufen. Auch wenn sie durch den Erfolgsdruck und durch das finanzielle Risiko dazu gezwungen sind, auf Inhalte zu setzen, die der breiten Masse gefallen, sind sie doch auch selbst an der Entwicklung schuld. Ebenso wie die Käufer.

Glücklicherweise fällt eine andere Entwicklung in die gleiche Zeitperiode und bekämpft den kreativen Verfall des Mediums. Obwohl es schon seit dem Beginn des Videospielzeitalters unabhängige Hobbyentwickler gibt, tritt die Szene der sogenannten Indie-Games erst seit einigen Jahren deutlich sichtbar aus ihrem Schattendasein heraus. Das liegt vor allem an der technischen Entwicklung, die es auch kleineren Gruppen und sogar Einzelpersonen erlaubt, Spiele ohne größeres finanzielles Risiko zu veröffentlichen.

Braid ist einer der ganz großen Klassiker der Indie-Szene.
Eine Gegenentwicklung entsteht
Glücklicherweise fällt eine andere Entwicklung in die gleiche Zeitperiode und bekämpft den kreativen Verfall des Mediums. Obwohl es schon seit dem Beginn des Videospielzeitalters unabhängige Hobbyentwickler gibt, tritt die Szene der sogenannten Indie-Games erst seit einigen Jahren deutlich sichtbar aus ihrem Schattendasein heraus. Das liegt vor allem an der technischen Entwicklung, die es auch kleineren Gruppen und sogar Einzelpersonen erlaubt, Spiele ohne größeres finanzielles Risiko zu veröffentlichen.








