Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten - Test 

Deutschland ist das Land der Adventurespiele. Das gilt zumindest für Entwickler. Wer sich einen Namen im Genre machen will, muss zumindest an einem von Daedalics Meisterwerken mitgewerkelt haben. ‚Deponia’, ‚Edna bricht aus’, ‚The Whispered World’: All das sind Namen, die Fans des Genres nicht vergessen werden. Nun haben sich die Hamburger mit 'Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten' erstmals an der schwierigen DSA-Lizenz versucht. Was daraus geworden ist, klären wir im Test.
Besser die Klappe halten
Es könnte alles so schön sein, im ruhigen Andergast. Das kleine Dörfchen beherbergt die Normalos der DAS-Welt, sprich Bauern, Gaukler und Möchtegern-Edelleute, die allesamt nicht viel mehr Verstand haben, als das Getreide, das sie anbauen, ernten oder verspeisen. Doof nur, wenn man selbst nicht zur Herde zählt und die Bewohner einen für einen Unheilsbringer halten, weil das irgendwann einmal jemand gesagt hat. Gut, Geron, unser Held, wurde nicht gerade von irgendjemandem der Schlechtheit bezichtigt, sondern von einem starken Zauberer, den die Herde dank ihres kollektiven Wahns dafür gleich mal auf den Scheiterhaufen wanden ließ. Hätte er mal lieber die Klappe gehalten.
Geron, der Junge von nebenan, der sein Geld mit dem Vogelfangen verdient, soll also der Untergang von ganz Andergast sein? Wahrscheinlich ist das nicht, doch wenn die Leute es erst einmal glauben, dann stimmt es bekanntlich auch. Und so meidet man Geron, wo es geht, spielt ihm Streiche und lässt ihn ordentlich leiden. Eine perfekte Ausgangsposition, um eine eindringliche Bindung mit dem Protagonisten aufzubauen. So mag man Geron auch von der ersten Sekunde an – während der er übrigens mit dem Gesicht voran in einem Wassertrog versenkt wird, aus dem kurz zuvor noch Schweine tranken.

Ihm zur Seite steht die Fee Nuri, die durch ihre kindliche Naivität für Auflockerung und Witz sorgt, der nur ab und an durch ihre etwas unpassende Synchronisation gestört wird. Ohne zu viel von der Geschichte verraten zu wollen, darf man sagen, dass 'Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten' deutlich düsterer daherkommt, als die in der Einleitung genannten Meisterwerke von Daedalic. Das ist gut für das Genre, Adventures dürfen nämlich ruhig auch erwachsene Geschichten erzählen, ohne alles ins Lächerliche zu ziehen. Trotzdem glänzt 'Satinavs Ketten' durch viel Witz und Charme an den richtigen Stellen.

In Adventures kein Selbstverständlichkeit: Auf diesem Marktplatz steppt der Bär!
Ihm zur Seite steht die Fee Nuri, die durch ihre kindliche Naivität für Auflockerung und Witz sorgt, der nur ab und an durch ihre etwas unpassende Synchronisation gestört wird. Ohne zu viel von der Geschichte verraten zu wollen, darf man sagen, dass 'Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten' deutlich düsterer daherkommt, als die in der Einleitung genannten Meisterwerke von Daedalic. Das ist gut für das Genre, Adventures dürfen nämlich ruhig auch erwachsene Geschichten erzählen, ohne alles ins Lächerliche zu ziehen. Trotzdem glänzt 'Satinavs Ketten' durch viel Witz und Charme an den richtigen Stellen.




