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Assassin's Creed 3 - Test Xbox 360




Selten hatten es Spiele mit einer Zahl dahinter so schwer wie heute. Wer schmachtet nicht nach etwas Frischem, was nicht nur neu duftet, sondern sich auch nicht wie die 32 Reinkarnation des "Ewigselben" anfühlt? Gleichzeitig hatten es Fortsetzungen selten so leicht wie heute. 'Call of Duty' sprengt mit jährlicher Regelmäßigkeit seine zuvor aufgestellten Verkaufsrekorde und da nichts Neues kommt, reichen offensichtlich Sequels und Prequels bekannter Namen aus, um den Spielern ihr Pausengeld abzunehmen.

Das Bild lässt sich passgenau auf Ubisofts Frontmarke 'Assassin's Creed' stülpen. Die letzten beiden Spin-Offs 'Brotherhood' und 'Revelations' waren gut, sorgten jedoch für Unmut in weiten Teilen der Community. Unattraktive Spielmechaniken, ausgelutschter Held, wo bleiben die wirklich großen Neuerungen, wo die Neuerfindung der Serie? Warten sie auf uns im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dem „land of the free and the home of the brave“ wie einst in Kanaan der Honig und die Milch auf uns? (Anmerkung: Detaillierte Informationen über die Neuerungen im Vergleich zu 'Revelations' und die Boston Tea Party erfahrt ihr in unserer letzten Vorschau.)

Alles neu macht Teil drei



Ubisoft folgt in 'Assassin's Creed 3' der jungen Tradition, neuen Ablegern mit Seriennummern einen frischen Helden zu spendieren. Auf Altair und Ezio folgt in diesem Jahr der Sohn einer Indianerin und eines Briten, der wenig Probleme haben wird, sich in die Herzen der Spieler zu meucheln.
Ehrgeizig, idealistisch, konsequent und vor allem prinzipienfest tötet der "mit-dem-Kop-durch-die-Wand-Halbindianer" ohne Freude, doch jagt er mit dem Herzen. Dem Geist seiner Zeit weit voraus, kämpft für das Bild, das viele Menschen in der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung heute sehen, weniger für das, was sie reflektierter betrachtet in Wirklichkeit war: Das Schlusskapitel einer langjährigen Entwicklung, deren Motoren in der Ökonomie, der Politik, der Religion und natürlich der Gesellschaft in Großbritannien und dessen Kolonien in den heutigen USA zu suchen sind. Heute verklären Filme wie 'Das Vermächtnis des geheimen Buches' die Umstände gerne und stilisieren sie höher, als man sie zeitgenössisch womöglich eingeschätzt hat.

Passenderweise steigt 'Assassin's Creed 3' früh genug in den Handlungsverlauf ein, um einzelne Zusammenhänge vor Ausbruch dessen, was man heute als Amerikanische Revolution bezeichnet, vorzustellen. Zentrale Fäden wie der Siebenjährige Krieg oder die Königliche Proklamation von 1763 aus der Feder König Georgs III. werden aber zu häufig leider nur angerissen. Der bekannten Boston Tea Party spendiert man zwar ausführlich eine eigene, umfangreiche Missionssequenz. Um alle Zusammenhänge zu verstehen, empfiehlt sich für all jene, die keine amerikanische Geschichte studiert haben, folgerichtig trotzdem das Studium der umfangreichen Datenbank des Spiels, die Gespräche mit Kolonialisten und natürlich den Marktschreiern und Soldaten.

Amerika, Kontinent der Freiheit und Möglichkeiten, musste sich erst dazu entwickeln.

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