Activision vs. Infinity Ward - der Skandal 2010 - Spezial 

Gemeinsam hatten sie mit 'Call of Duty: Modern Warfare 2' im vergangenen Jahr den größten Entertainment-Launch der Geschichte hingelegt, doch sorgten sie wenige Monate später für den größten Skandal in der Videospielbranche 2010. Als erste US-Medien Anfang März über die Entlassung von Vince Zampella und Jason West berichteten, herrschte zunächst Verwirrung. Jeder wollte etwas erfahren haben, viele US-Medien prahlten mit sensiblen Informationen, Mitarbeiter-Gesprächen und neuen Details zu dem Krach zwischen 'Call of Duty'-Entwickler Infinity Ward und Activision. Was wirklich geschehen war, blieb einige Zeit verborgen. Die Chronik eines Disputes rund um Geld oder ging es hier wirklich um den Versuch, Kreativität zu zähmen?
Am 1. März verkündete der ehemalige Präsident des Entwicklers Jason West, der gemeinsam mit Ex-CEO Vince Zampella und Grant Collier auch Gründer des Studios ist, dass er “trinkt“ und “außerdem nicht länger angestellt“ sei über Twitter. Am Morgen hatten sich Zampella und West mit Activison getroffen, waren seitdem aber nicht mehr von Mitarbeitern des Studios gesehen worden. Einige Quellen berichteten von plötzlich vor dem Studiogebäude aufgetauchten “Rausschmeißer-Typen“, die ihre Gründe für den Aufenthalt nicht nannten. „Jeder ist gerade nervös“, fasste eine vermeintlich interne Quelle die Gesamtsituation zusammen. Später sollten in einer Klage von Studiomitarbeitern die Worte "Verhöre" und "Polizeistaat-Atmosphäre" auftauchen.
Die Folgen des Triumphs
Angesichts des Erfolgs mit dem letzten Spiel 'Modern Warfare 2' fragte sich jeder, was hier geschehen war. Die Quellen konnten den Sachverhalt zunächst aber nicht eindeutig klären. Bald schimmerte durch die nebulösen Aussagen, dass die Beziehung zwischen dem Studio und Activision seit einiger Zeit als “angespannt“ zu bezeichnen war. Die Mitarbeiter von Infinity Ward seien “erschrocken“ und “verwirrt“. Als ob das nicht genug Tumult für einen Tag war, platzte schließlich die längst überfällige Informationsbombe wenige Stunden später: Activision unterrichtete die US-Börsenaufsichtsbehörde noch am 1. März über vermeintlichen „Vertragsbruch und Insubordination von zwei hochrangigen Angestellten bei Infinity Ward.“ Natürlich musste es sich dabei um West und Zampella handeln, die seit dem 1. März beide nicht mehr für Infinity Ward tätig waren.
Drei Tage lang kochte die Gerüchteküche auf, bis der Streitfall am 4. März schließlich eine Wendung nahm: Die ehemaligen Infinity Ward-Köpfe West und Zampella antworteten auf die Insubordinationsklage seitens Activision mit dem Einreichen einer eigenen Klage wegen Unterschlagung von Honorarzahlungen in Höhe von mindestens 36 Mio. USD gegen den Publisher.





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